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Das Huhn wurde "gebadet"

Ich will als Oma gerne berichten, wie sehr uns das "Sprechen vor dem Sprechen" mit unserem Enkel gefällt! Meine Tochter Elisabeth war mit unserem Enkel Jakob bei uns zu Besuch. Mein Mann und ich hatten zu zweit einen Spaziergang unternommen, während Elisabeth mit Sohn einen kleinen Ausflug zur Jugendfarm (großes Gartengelände mit Hasen, Hühnern, Enten, Schafen, Ziegen) gemacht hatte.

Als ich abends Jakob eine frische Windel machte, erzählte er mir mit zwei Gebärden, er habe mit der Mama (Streicheln der Wange) ein Huhn gesehen (die zwei Finger, die das Picken nachahmen). Ich verstand es nicht sofort, aber der Groschen fiel nach kurzer Frage an die Mama. Wunderbar, tief bewegend, ein Kleinkind Imaginiertes und nicht direkt Anwesendes "besprechen" zu sehen.

Die Geschichte geht weiter: Auf dem Küchenschrank steht bei uns eine wunderschöne "Hühnersuppenschüssel" in Original-Huhngröße. Jakob hat das tönerne Huhn schnell entdeckt und in seine Hühner-Vorliebe eingebaut. Da die Schüssel recht verstaubt war, wurde sie vom Schrank geholt und in der Dusche abgewaschen. Von Jakob wurde das mit Ergriffenheit beobachtet. Einige Tage später zog er die Mama ins Bad und zeigte ihr mit den entsprechenden Gebärden: hier stand vor ein paar Tagen das Huhn und das Huhn wurde "gebadet".

Ursel H. aus Stuttgart (D), Oma von Jakob

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