Wie wäre es mit einem Spielzeug, das immer griffbereit ist? Bei uns hat sich der „Ball to go“ bewährt. Wir hatten einen im Kinderwagen, in der Wickeltasche und im Auto. Ihr könnt den ganz einfach selber machen oder euch schenken lassen (tolle Idee zum 1. Geburtstag). Kaufen geht natürlich auch ;-).
Durch die kleine Öffnung steckt ihr einen Luftballon rein und pustet ihn auf. Wenn der Ball voll ist, dreht ihr den Hals vom Luftballon so lange, bis keine Luft mehr rauskommt und dann stopft ihr das Ende unter den Rand des Balls, sodass keine Luft mehr entweichen kann, obwohl kein Knoten drauf ist.
Jetzt könnt Ihr nach Herzenslust damit spielen und die passenden Babygebärden verwenden - z.B. Ball, spielen, wo, abwechseln, werfen, suchen, ich, du, freuen, stop.
Seid Ihr fertig und wollt ihn wieder in der Tasche verstauen, einfach die Luft vom Luftballon rauslassen. Der Luftballon bleibt im Ball, somit habt Ihr immer einen Luftballon dabei.
Viel Freude beim Nähen und Spielen!
Autorin: Simone Huber, Zwergensprache Kursleitung in der Ortenau, Eltern-Kind-Kursleiterin, kreative, naturverbundene Mama von zwei Kindern
Vor ein paar Monaten stand unser Familienauto still – die Batterie war leer, nichts funktionierte mehr. Die Motorhaube war geöffnet, Papa hatte das Ladegerät angeschlossen, um die Batterie wieder aufzuladen.
Wir nutzten die Gelegenheit, um unserem damals 18 Monate alten Sohn die Situation zu erklären – in einfachen Worten und mit den passenden Zwergensprache-Zeichen: Auto, kaputt, reparieren.
Er nahm die Gebärden direkt auf und setzte sie voller Begeisterung ein.
Und was uns seitdem immer wieder zum Schmunzeln bringt: Dieses eine Erlebnis beschäftigt ihn bis heute. Auch drei Monate später kommt es regelmäßig „zur Sprache“ – mit seinen Händen.
Plötzlich zeigt er die Zeichenkombination Auto, kaputt, reparieren – ganz ohne aktuellen Anlass. Aber wir wissen sofort, was er meint.
Er denkt zurück. Er erzählt uns von diesem Tag. Ganz klar, ganz bewusst. Und wir verstehen ihn – ohne ein einziges gesprochenes Wort.
Ganz klar und verständlich. Für uns als Eltern ein magischer Moment: Wir können sein inneres Erleben mitverfolgen, weil er sich mit den Gebärden ausdrücken kann.
Zwergensprache schenkt nicht nur Worte für den Moment – sondern auch für Erinnerungen. Und damit eine Verbindung, die tief geht.
Traut euren Kindern zu, dass sie kommunizieren wollen – lange bevor sie sprechen können.
Mit Babyzeichen schafft ihr eine Brücke zwischen euch und eurem Kind. Ihr bekommt die einmalige Chance, zu verstehen, was in ihren kleinen Köpfen und Herzen vor sich geht.
Ein großer Tipp von mir an dich: Such dir unbedingt einen Zwergensprache-Kurs in deiner Nähe.
Dort bekommst du nicht nur die Zeichen an die Hand, sondern auch Austausch, neue Impulse und ganz viele „Aha-Momente“, die dich und dein Kind begleiten werden.
Viele Freude mit der Zwergensprache!
Deine Judith
Autorin: Judith Jachthuber-Pabst (Bj. 1985), Mama von vier eigenen und zwei Bonuskindern, zertifizierte Kursleiterin für Babymassage, lizenzierte Kursleiterin für Zwergensprache, Elterncoach (BBC), Gründerin von Bindungskraft in Bad Schönborn – ich begleite Familien mit Herz und Fachwissen, Baden-Württemberg
Viele Eltern machen Babyzeichen hauptsächlich zuhause. Vielleicht weil sie sich komisch vorkommen, draußen mit den Händen «rumzufuchteln». Abgesehen davon, dass ich bisher immer nur im positiven darauf angesprochen wurde (es haben sich sogar schon Freundschaften deswegen ergeben), hat das Zeichen zeigen unterwegs gleich mehrere Vorteile:
- Zuhause kennt sich dein Kind schon aus, da ist es nicht ganz so spannend. Aber draußen, da ist die große weite Welt. Zeigst du hier Babygebärden, ist dein Kind mit viel mehr Aufmerksamkeit, Freude und Wissbegierde dabei und greift so die Zeichen auch viel eher auf.
- Du wirst entschleunigt: statt an das noch zu kochende Abendessen oder die Arbeit zu denken, bist du im Hier und Jetzt. Du betrachtest die Welt aus den Augen deines Kindes, nimmst wahr was um dich ist, spürst, riechst, fühlst, siehst viel intensiver > Babyzeichen führen zu Achtsamkeit.
- Zeigst du deinem Kind, was du siehst, wird dein Kind auch sehr bald anfangen, aktiv mit dir zu kommunizieren und dir mitzuteilen, was es sieht und fasziniert.
- Draußen gibt es einfach so viel mehr Möglichkeiten, verschiedenste Handzeichen in unterschiedlichsten Situationen zu zeigen. Ich habe mich über eine Strecke von 120 Metern darauf geachtet, welche Zeichen der Zwergensprache ich mache. Schaut, was dabei rausgekommen ist:
*120 Meter in der Winterthurer Altstadt*
Von der Marktgasse bis zur Ludothek sind es gerade mal 120 Meter. Und doch gibt es auf dieser Strecke sooo viel zu entdecken, bestaunen und mit Babyzeichen zu benennen.
In der Marktgasse wurde gerade die Weihnachtsbeleuchtung (LICHT) aufgehängt. In der Mitte hing jeweils ein großer STERN.
Abbiegen Richtung Spielzeuggeschäft: Im Schaufenster eines Geschäfts sitzt ein TEDDY.
Es REGNET, mein Sohn läuft in der Mitte der Straße, wo es eine Vertiefung hat, da sammelt sich das WASSER Sehr spannend, da drin herum zu HÜPFEN.
Vor dem Spielzeugladen hängen und stehen verschiedene Spielsachen zum SPIELEN. Im Schaufenster sehen wir AUTOS und einen ZUG.
Auf dem Platz hat es BÄUME. Und da landen direkt zwei Tauben (VOGEL) vor unseren Füssen. Eine pickt herum, sie hat wohl HUNGER, ist am ESSEN suchen.
Und wieder WASSER: Ich streiche über den nassen Tisch, der draußen vor dem einem Bistro steht. WASSER rinnt über die Kante. Mein Sohn schaut fasziniert zu, zeigt NOCHMAL. Also nochmal...
Wir kommen bei der Ludothek an. Ein BAGGER im Schaufenster, mein Sohn macht keinen Schritt weiter. Oje, das kann dauern :-D
Autorin: Robyn Giulia Knab, Zwergensprache in Winterthur und Zürich, Kommunikationsfachfrau