Von Fisch, Familienalltag und drei kleinen Zeichen
Neulich saßen wir als Familie im Restaurant beim Buffet. Mein
Mann war gerade aufgestanden, um sich noch etwas zu holen,
unser Sohn saß neben mir und beobachtete sehr konzentriert,
was auf seinem Teller noch übrig war. Dann sah er mich an und
machte mir mit seinen kleinen Händen klar, was ihm fehlte:
Essen. Fisch. Mehr.
Ich musste unwillkürlich lächeln. Also suchte ich den Blick
meines Mannes quer durch den Raum, fing seine
Aufmerksamkeit ein und zeigte ihm – ganz ohne ein Wort, ganz
ohne Rufen durch das halbe Restaurant – dieselben drei
Zeichen. Dazu deutete ich auf unseren Sohn, der mich mit
dieser herrlich selbstverständlichen Ernsthaftigkeit ansah, mit
der Kinder ihre Wünsche in die Welt schicken.
Es war ein kleiner, unscheinbarer Familienmoment, der sich für
mich aber doch ganz groß anfühlte: Kein lautes „Kannst du
noch mal…?“, kein hektisches Aufstehen, kein Stören anderer
Gäste. Nur ein Kind, das sich verständlich machen konnte und
zwei Eltern, die verstanden haben. Und am Ende genau das auf
dem Teller, was gewünscht war.
Solche Augenblicke sind es, die mich im Alltag oft innehalten
lassen. Weil sie zeigen, wie viel Verbindung in etwas so
Einfachem liegen kann. Drei kleine Zeichen. Ein bisschen Fisch.
Und dieses leise Gefühl von: Wir verstehen uns.
Autorin: Laura Schulz, Zwergensprache Kursleitung in Braunschweig, Niedersachsen
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