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Ausgezeichnet mit dem Siegel "Unternehmen der Zukunft"

Verständigung

Babyzeichensprache in der Sprachtherapie

Die Zwergensprache ist nicht nur für Kinder mit einer regulär ablaufenden Sprachentwicklung geeignet. In meiner Arbeit als Sprachtherapeutin in einer logopädischen Praxis im Süden von Ingolstadt, komme ich häufig in Kontakt mit Kindern, welche eine verzögerte Sprachentwicklung haben. Bei denjenigen Kindern, welche erst spät, also nach dem 2. Geburtstag und später beginnen zu sprechen, ist es interessant zu beobachten, dass sie sich selbst eigene Handzeichen ausgedacht haben, um sich besser verständlich zu machen.

In der Therapie der sogenannten Late Talker, verwende ich zum Wortschatzaufbau häufig Gebärden. Die Kinder nehmen diese in der Regel schnell auf und setzen sie in der Kommunikation mit mir und ihren Bezugspersonen ein und beginnen darüber die einzelnen Wörter zu sprechen.

Viel wichtiger als der eigentliche Zeicheneinsatz ist für mich jedoch, dass die Kinder viel schneller Kontakt zu mir finden und mich deutlich besser verstehen. Dies gilt insbesondere für Kinder, die mehrsprachig aufwachsen. Ich liebe es, die Babyzeichensprache nicht nur zu Hause mit meinen Kindern und in meinen Kursen einsetzen zu können, sondern auch in der Sprachtherapie nachhaltig davon zu profitieren.

 

Autorin: Carolin Pfitzner, Zwergensprache und Dunstan Babysprache Kursleitung in Ingolstadt, akad. Sprachtherapeutin, Kindheitspädagogin

Gebärden in der Kita

Der kürzlich erschienene TV-Bericht auf BR24 aus einer Kita in Bayern bestätigte uns mal wieder, dass unser Zwergensprache Kita-Programm, welches bereits seit 2009 für die Praxis am Start ist, auch für die Zukunft große Bedeutung haben wird. So unterstützen Gebärden nicht nur Krippenkinder auf dem Weg zur Lautsprache, sondern auch Kinder im Kindergartenalter und darüber hinaus.

Eine große Hilfe sind Gebärden für Jungen und Mädchen mit Migrationshintergrund, die Worte in deutscher Sprache in der Betreuungseinrichtung erst neu kennenlernen. Sie können dabei durch die konkreten und einheitlichen Gesten der bildhaften und sprachbegleitenden Handzeichen zum Wort ganz spielerisch und freudvoll Unterstützung sowohl im lautlichen als auch semantischen Bereich erfahren. Gebärden sind also nicht nur für den Lautspracherwerb der Erstsprache im Kleinkindalter, sondern auch lange darüber hinaus bei Mehrsprachigkeit oder dem Erlernen einer Fremdsprache sinnvoll. Das dies sogar bis zum Erwachsenenalter der Fall ist, haben mittlerweile diverse Studien belegt.

Zudem bietet der inklusive Ansatz des Sprechens und Gebärdens von Schlüsselworten eine Chancengerechtigkeit auch für Kinder mit Beeinträchtigungen. Die Handzeichen der Zwergensprache erleichtern die Kommunikation nicht nur für Late Talker oder bei Entwicklungsverzögerungen, sondern z.B. auch für Kinder mit Down-Syndrom, Hörschädigung oder Lippen-, Kiefer- oder Gaumenspalte.

Die positiven Effekte, die auch im TV-Beitrag erwähnt wurden, werden uns auch von den von uns geschulten und zertifizierten Tageseltern und Kinderbetreuungseinrichtungen in genau dieser schönen Weise oft bestätigt: die TeilnehmerInnen in den Seminaren sind immer wieder überrascht, wie schnell neu gelernte Gebärden sitzen und wie gut sie durch die Bewegungen erinnerbar sind. Auch die Kinder nehmen die Kindergebärden sehr rasch an und setzen sie mit Strahlen im Gesicht um. So ist ein auf spielerische Weise neu gelernter Wortschatz von mehr als 100 Gebärden im Verlauf eines Tagesseminars absolut nicht zu vergleichen mit dem mühsamen Büffeln desselben Vokabulars in einer neuen Fremdsprache.

Als ein weiterer Bonus unter Vielen wird auch die wertvolle und bindungsstärkende Form dieser Art der zugewandten Kommunikation mit den Kindern wahrgenommen. Die Begleitung der Sprache mit bewussten Gesten wird von den ErzieherInnen als sehr hilfreich und entlastend für die Führung der Gruppe im Tagesablauf, die Lenkung der Aufmerksamkeit der Kinder und den Blickkontakt erlebt.

Äußerst positiv bewerten SchulungsteilnehmerInnen den Gebärdeneinsatz natürlich auch hinsichtlich der Förderung der kindlichen Sprachentwicklung, des Selbstwirksamkeitserlebens der Kinder und der Möglichkeit zur aktiven Teilhabe am Alltagsgeschehen und jeglichen Interaktionen vom Morgenkreis, über das Singen, Bücher ansehen, Basteln, beim Sport, auf Ausflügen und bei den Mahlzeiten. Es freut uns jedes Mal aufs Neue, diese unterschiedlichen, wertvollen Feedbacks nach den Seminaren zu erhalten!

Möchtest Du Dich für Deine Einrichtung oder Tagesbetreuung zu unseren Zwergensprache Fachvorträgen, Gebärden-Workshops oder unserem Kita-Programm mit Zertifizierung informieren, so findest Du hier die Eckdaten, Termine, O-Töne aus Einrichtungen, die mit unserem Konzept seit vielen Jahren arbeiten als auch einen Teil der geschulten Tagesmütter, Krippen oder Kitas, die sich auf unserer Homepage präsentieren, um für die Familien aus unseren Eltern-Kind-Kursen besonders interessant zu sein: https://www.zwergensprache.com/tageseltern-kitas

Denn wird in der Betreuung fortgeführt, was als intuitive und wertschätzende Kommunikationsgrundlage schon in der Familie im Babyalter gelegt wurde, so ist auch die Eingewöhnung und die Verständigung im neuen Umfeld für jedes Kind viel einfacher und vertrauter. Und auch den Eltern fällt dann das Loslassen aufgrund der Gewissheit leichter, dass ihr Kind sich dank der Babyzeichen bzw. Kindergebärden gut verständlich machen kann mit dem, was es braucht und was ihm wichtig ist.

Wenn Du den TV-Beitrag ansehen möchtest, so ist er zur Zeit noch hier abrufbar auf BR:

Gebärdensprache in der Kita für hörende Kinder

 

Autorin: Vivian König, Gründerin und Geschäftsführerin der Zwergensprache GmbH, Ausbilderin für Babygebärden und Dunstan Baby Language, Autorin, Leipzig

 

 

How to baby - Podcast Interview

In der Folge Nr. 162 von Petra Rusos Podcast "How to baby" geht es um die Babyzeichensprache. Simone Kostka - unsere Regionalleiterin für Österreich - erklärt darin, wie Babyzeichensprache funktioniert und welche Vorteile sie für Eltern und Kinder bringen kann. Babys verstehen schon pränatal Mamas Sprache. Aber es wird nach der Geburt noch dauern, bis sie verständliche Antworten geben können. Sobald Babys jammern, suchen Jungeltern nach Gründen und raschen Lösungen. Und hier kommen die hilfreichen, einfach zu meisternden Babygebärden ins Spiel. 
Simone erläutert: „So einfach wie winken oder klatschen sind viele andere Handzeichen basierend auf der Gebärdensprache auch. Wenn du deinem Kind diese Zeichen regelmäßig zeigst, kann es sie nachahmen."

In den Zwergensprache-Kursen vermitteln wir einfache Handzeichen, welche die Verständigung von klein auf ganz spielerisch ermöglichen. Im Anfängerkurs sind dies etwa 80 bis 100 Zeichen verpackt in Lieder, Reime, Kniereiter und Spiele. Im Fortgeschrittenenkurs nochmals so viele, so dass sich jeder herrauspicken kann, was für seinen Alltag und die Interessen seines Kindes individuell am besten passt.

Hier kannst Du diese Podcast-Folge anhören:

How to baby - Folge 162 Babyzeichensprache

 

 Autorin: Simone Kostka, Zwergensprache Kursleitung in Wien und Länderleiterin für Österreich, Autorin, Lerncoach (Legasthenie, Dyskalkulie, Aufmerksamkeitsdefizite) und Lernfördertrainerin nach EGBNV sowie diplomierte Lerndidaktikerin, Brain-Gym Kinesiologin

Podcast Interview mit Kristin Graf von "Die friedliche Geburt"

Ein total schönes Gespräch war die Podcast-Aufnahme mit Kristin Graf von "Die friedliche Geburt" rund um die achtsame Verständigung mit Babys und Kleinkindern im vorsprachlichen Alter durch die spielerischen Gebärden der Zwergensprache und zu den weltweit einheitlichen, reflexbasierten Neugeborenen-Bedürfnislauten der Dunstan Babysprache!

Wenn Du reinhören oder reinschauen magst, dann geht es hier entlang:

Zum Ansehen:

Interview von Kristin Graf mit Vivian König auf Youtube

oder zum Anhören:

Interview von Kristin Graf mit Vivian König als Podcast

Viel Spaß beim Reinklicken und sich inspirieren lassen!

 

Autorin: Vivian König, Gründerin und Geschäftsführerin der Zwergensprache GmbH, Ausbilderin für Babyzeichensprache und Dunstan Baby Language, Autorin, Leipzig

Wenn Worte nicht reichen – wie mir Babyzeichen nach der OP halfen

Ein sehr persönlicher Erfahrungsbericht über Schmerzen, Sprachlosigkeit, Herkunft, Kultur – und das stille Glück, verstanden zu werden.

Anfang Juni hatte ich eine Operation. Was man mir vorher sagte: „Nach dem Aufwachen gibt’s Eis."

Was wirklich war: Ich war ein Häufchen Elend. Ich konnte meine Augen nicht öffnen. Ich konnte nicht sprechen. Ich konnte nichts trinken. Alles drehte sich. Ich musste mich ständig übergeben. Mein Hals war durch die Beatmung wund – kein Ton kam über meine Lippen. Und doch: Ich habe kommuniziert. Mit meinen Händen. Mit Gebärden.

Reden unmöglich. Gebärden mein Rettungsanker.

Die Schwestern taten ihr Bestes, um es mir erträglicher zu machen. Aber ich konnte nicht sprechen – die Kraft war weg, die Stimme sowieso.

Was blieb, waren Zeichen:

  • Daumen hoch – es geht einigermaßen
  • Daumen runter – mir ist schlecht
  • Gebärde für Trinken – ich möchte Wasser trinken
  • Gebärde für „Danke“ – still, aber ehrlich
  • Warten-Zeichen – gib mir einen Moment
  • ich möchte nichts- abgewunken

Ich bin mir sicher: Keine der Schwestern kannte offizielle Gebärden. Aber weißt du was?

Es hat funktioniert.Die Körpersprache, der Blick, das gemeinsame Wollen – alles floss zusammen. Wir haben uns verstanden. Und es war schön.

Wenn Sprache nicht reicht – und Respekt allein nicht genügt.

Während ich mich mit einfachen Zeichen verständlich machen konnte, erlebte ich bei meiner Bettnachbarin, wie schwierig Kommunikation ohne gemeinsame Sprache sein kann.

Meine Bettnachbarin – eine sehr stille und freundliche Frau aus Pakistan – sprach kaum Deutsch. Und plötzlich wurde aus einem einfachen „Was möchten Sie trinken?“ ein echtes Missverständnis. Man versuchte alles aufzuzählen: Tee? Kaffee? Apfelsaft? Milch? Bei „Milch“ nickte sie. Aber sie hat es nie getrunken. Ich glaube, sie wollte einfach gefallen – sie kannte vermutlich nur das Wort. Mit ein paar einfachen Gebärden hätte sie vielleicht wirklich verstanden, was zur Auswahl steht – und sich das ausgesucht, was sie wirklich gerne gehabt hätte.

Dann kam die unvermeidliche Krankenhaus-Frage: „Waren Sie auf Toilette?“Sie verstand nicht. Die Ärztin versuchte geduldig, sich verständlich zu machen – sie sprach langsamer, deutlicher, suchte nach Worten. Schließlich fragte sie: „Waren Sie kacka machen?“ – nicht, um die Patientin herabzuwürdigen, sondern weil sie keine andere Möglichkeit mehr sah. Sie wollte helfen, wissen, ob Schmerzen da sind – aber auch sie war in der Kommunikation hilflos. Ich empfand es als traurig. Nicht wegen der Ärztin – sie tat ihr Bestes – sondern weil wir als Gesellschaft noch so wenige Alternativen kennen, um sprachliche Barrieren würdevoll zu überbrücken.

Die Gebärden für „Toilette“ oder „Pipi“ sind so einfach. Warum nutzt man sie nicht – zusammen mit Bildkarten? Gerade in Momenten, in denen sich Menschen sowieso hilflos und verletzlich fühlen?

Diese Szene hat mich noch lange beschäftigt. Denn sie zeigt, wie schnell selbst Fachpersonal an Grenzen kommt, wenn Sprache fehlt. Es geht hier nicht um Schuld – sondern um Strukturen. Um fehlende Hilfsmittel, fehlende Schulung und fehlende Alternativen.

Wir brauchen mehr Werkzeuge für nonverbale Kommunikation, auch im Gesundheitswesen.Für mehr Würde. Für mehr Sicherheit. Für mehr Menschlichkeit.

😄 Ein Moment zum Schmunzeln:

Es gab auch lustige Augenblicke. Die Ärztin sprach mit mir über die Entlassung.

Ich sagte: „ Ich muss zu meinem Mann heim.“Später kam der Mann meiner Bettnachbarin zu mir:

„Ahhh, du bist aus Mannheim?“Ich fand das so witzig. Ich erklärte und zeigte mit Gesten auf meinen Ehering – das „internationale“ Zeichen für „Ehe(Mann)“. Dann das Zeichen für „Zuhause / Heim“. Er verstand. Wir lachten herzlich.

❤️ Fazit:

Gebärden sind keine Sprache nur für Menschen mit besonderen Bedürfnissen.

Sie sind eine Sprache für uns alle:

Für Menschen, die gerade nicht sprechen können.

Für Menschen, die eine neue Sprache lernen.

Für Kinder, die noch keine Worte haben.

Für alle, die gesehen und verstanden werden möchten.

Gebärden sind Brücken.Und Brücken braucht diese Welt mehr denn je!

Mein persönlicher Hinweis:Alle Zeichen, die ich verwendet habe, stammen aus meinem Alltag mit Babyzeichen aus der Zwergensprache. Sie haben mir in dieser Extremsituation geholfen, weil sie einfach sind, klar sind, und weil man sie auch dann verstehen kann, wenn man sie nicht gelernt hat.

Sprache beginnt nicht im Kopf. Sprache beginnt im Herzen. Und manchmal in der Hand.

 

Autorin: Annett Stentz, Zwergensprache-Kursleiterin in Rohrbach/Pfalz, Kindertagespflegeperson – und am Nachmittag liebevoll „Oma mit den Zeichen“. Inspiriert von ihrer zwergensprachebegeisterten Enkeltochter, die regelmäßig fragt: „Oma, wie heißt das auf Zwergensprache?“

Zwergensprache in der Experten-Sprechstunde beim Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V.

Am 25. November 2025 war unsere Zwergensprache-Gründerin Vivian König als Expertin zu Gast in der monatlichen Vortragsrunde und Sprechstunde für Eltern mit Frühchen. Unter dem Thema „Spielerische Verständigung im Handumdrehen“ stellte sie Babyzeichen und Kindergebärden als einfache und kindgerechte Möglichkeit zur Verständigung in der präverbalen Phase vor.

Es gab nicht nur Hintergrundwissen zu den vielfältigen Vorteilen für das Sprechen lernen und die gesamte kindliche Entwicklung, sondern auch ganz viel praktischen Gebärden-Input für den Alltag und zu kindlichen Interessen im Alter von 0 bis 3 Jahren.

Auch die Aspekte der bindungs- und bedürfnisorientierten Begleitung von Kindern mit Babygebärden in der Phase, wo sie noch nicht oder nur wenig sprechen können, wurden praxisnah erläutert, so dass die teilnehmenden Familien gut nachvollziehen konnten, wie eine frühe interaktive Kommunikation liebevolle Momente voll Nähe und gegenseitigem Verständnis schafft und sogar die Geschwisterbindung stärkt.

Nun sind die Teilnehmer*innen in der Lage, auch dank der im Nachgang versandten Handouts sofort loszulegen und die ersten Starterzeichen in den Alltag mit ihren Kindern zu integrieren und somit für mehr Entspannung und Leichtigkeit zu sorgen. Und sie dürfen sich dadurch bestimmt auch bald auf viele staunende Aha-Momente freuen zu dem, was schon unsere Kleinsten bewegt und was sie uns gern mitteilen wollen.

Mit den Händen zu sprechen, macht dies schon vor den ersten Worten möglich und bringt Zufriedenheit und vor allem ganz viel Spaß für alle Seiten!

 

Autorin: Vivian König, Gründerin der Zwergensprache, Geschäftsführerin, Autorin, Ausbilderin für Baby- und Kindergebärden sowie Dunstan Babylaute in D, AT und CH, Leipzig

Zwergensprache-Kinder und ihre Großeltern

Wir haben drei Kinder, die mit Babyzeichen aufgewachsen sind: Begonnen hat die Liebesgeschichte mit der Zwergensprache im Jahr 2015, als ich mit unserer damals 8 Monate alten Tochter – eigentlich nur, um in der Elternzeit „noch ein bisschen was zu tun zu haben“ - im Zwergensprache Kurs bei meiner heutigen Kollegin Anja saß. Schnell hatte unsere Tochter die Zeichen verinnerlicht, umgesetzt und uns alle in Staunen versetzt. Die Reaktion ihrer Großeltern war zunächst verhalten: „Was Du alles mit dem Kind machst, wir hatten das auch nicht und ihr seid trotzdem groß geworden!“ Eine Reaktion, die viele jungen Eltern von der älteren Generation hören. Als unsere Tochter dann aber die ersten Zeichen bei Wochenendbesuchen bei den Großeltern zeigte, konnten sie die Vorteile nicht von der Hand weisen: „Und jetzt zeigt sie, dass sie trinken möchte? Ach, das ist ja prima!“ Mit einem Jahr konnte unsere Tochter so viele Zeichen zeigen, dass sie sich ohne Probleme ausdrücken konnte. „Und wenn Sie dann später anfängt zu sprechen?“ war kurze Zeit die Sorge der Großeltern, die aber durch ein fröhlich plapperndes Kind entkräftet wurde, das schon mit anderthalb Jahren Drei-Wort-Sätze sprach und auch schwierige Worte sagen konnte, „Mayonnaise“ und „Eierbecher“ gehörten dazu.

Kurze Zeit später zogen wir um, in die Nähe der Großeltern und unser Sohn wurde geboren. Mit ihm machten wir von Geburt an die Zeichen. Mit vier Monaten verstand er, dass er Milch bekommt, wenn er das Zeichen dafür sah und hörte auf zu Weinen. Mit sieben Monaten zeigte er mir ganz klar das Zeichen, wenn er Milch trinken wollte. Die Großeltern sahen wir fast täglich. Babyzeichen gehörten also für sie zum Alltag dazu – genauso wie für uns. Immer mal wieder gab es ungläubiges Staunen über die Babyzeichen, die er verwendete. Der Opa konnte zum Beispiel einfach nicht glauben, dass sein Enkel wirklich zeigt, wenn er müde ist und ins Bett möchte. Der Kleine war damals in etwa 12 Monate alt, als er immer nach dem Mittagessen das Zeichen für „schlafen“ zeigte. Opa wollte das Zeichen gern nochmal sehen und stellte eine Schlafsituation nach: er legte sich aufs Sofa, schloss die Augen und tat so, als ob er schläft und machte Schnarchgeräusche. Anstatt zu zeigen, dass Opa schläft, zeigte unser Sohn jedoch auf seinen Opa, schaute etwas ungläubig und machte das Zeichen für „Schwein“. Eine tolle Situation, die uns allen gezeigt hatte, wie einfach es war, sich falsch zu verstehen. Zum Glück hatten wir die Babyzeichen!

Nun, fünf Jahre später, ist unsere kleinste Tochter mit acht Monaten im schönsten Babyzeichen Alter. In etwa einmal pro Woche kommt ein Zeichen dazu. Ihr erstes Zeichen war „Winke, winke“. Sie zeigte es mit sechs Monaten und die Großeltern sind darauf mehr als stolz, denn sie haben es fleißig geübt und gezeigt. Auch ihr zweites Zeichen - „Blume“ – ist dem Elan von Oma und Opa zu verdanken, die ständig mit ihr im Garten waren und an den Blumenkästen im Hof, um das Zeichen und natürlich die Blumen zu zeigen. Mittlerweile schauen sie gespannt auf die kleinen Kinderhände, wollen jeden Fingerzeig des Babys deuten und berichten stolz Freunden und Verwandten, was das Kind schon alles kann. „Ach, hätten wir das bei Euch doch auch schon gewusst, es hätte Vieles erleichtert. Aber es ist schön, dass wir das jetzt bei unseren Enkeln erleben dürfen, man braucht ja gar keinen Fernseher mehr!“ war neulich das Resümee der Oma.

 

Autorin: Dr. Camilla Leithold, Zwergensprache Kursleitung in Erfurt und Gotha seit 2016, Zwergensprache Regionalleiterin für Thüringen und Sachsen-Anhalt, Ernährungswissenschaftlerin, Dunstan Babysprache Kursleitung, AOK plus Partnerin,  Mama von drei Zwergensprache-Kindern