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Ausgezeichnet mit dem Siegel "Unternehmen der Zukunft"

Verbindung

Babyzeichen über die Babyzeit hinaus

Mein Kind ist schon lange der Babyzeichenzeit entwachsen. Inzwischen ist er fünf Jahre und viele Fragen sprudeln aus ihm heraus. Doch noch immer begleiten uns die Babyzeichen im Alltag als Familie.

Sie begleiten uns bei Übergangssituationen und sind Symbole der Verbundenheit wie z.B. „Ich hab dich lieb“ (LIEB HABEN) beim Abschied.

Wir können über Distanzen miteinander kommunizieren und auf Bedürfnisse aufmerksam machen. Wie zum Beispiel im Schwimmkurs: „Mama, ich muss mal PIPI“ oder auf dem Spielplatz: „Sei vorsichtig/achtsam (ACHTUNG)“ oder „Wir gehen nach HAUSE“.

Neulich hatte mein Kind eine ganz andere wundervolle Möglichkeit zum Einsetzen der Zeichen:

Wir unterhielten uns über verschiedene Feste und Feiern, da im Kindergarten nun für muslimische Kinder der Ramadan beginnt und mit dem Zuckerfest endet. Das fand mein Kind wahnsinnig aufregend und spannend. Er wollte unbedingt mehr wissen. Ich meinte, er könne doch bei dem Kind nachfragen, was das Zuckerfest genau ist.

Er sagte, dass das leider nicht geht, da das Kind kein Deutsch spricht und hatte direkt eine Idee. „Mama, wir haben doch die Gebärden. Vielleicht kann mir H. mit den Zeichen sagen, was man da macht.“

Was für eine wundervolle Idee, um in Verbindung und ins Gespräch zu kommen.

Die Themenstunde im Kindergarten ist schon fixiert…

 

Autorin: Johanna Berktold, BA, Sozialarbeiterin und Sexualpädagogin im Familienzentrum, Kursleiterin für Zwergensprache und Dunstan Babylanguage, EntdeckungsRaumbegleiterin nach Emmi Pikler, Vorarlberg

Babyzeichen verbinden auch Geschwister

Als unser Sohn geboren wurde, war das für unsere damals 2-jährige Tochter alles sehr aufregend: Ihr kleiner Bruder brachte so viel Neues in unsere Familie und sie musste in ihre Rolle als große Schwester erst hineinwachsen.

Dabei waren die Babyzeichen unsere besten Wegbegleiter: Sie schlugen eine Brücke zwischen unserer „Großen“ und dem „Kleinen“ und mit den Gebärden konnten wir ihr viele Bedürfnisse des kleinen Bruders viel einfacher erklären, als unsere Worte es zu dem Zeitpunkt konnten. Als er dann immer mehr seine Umwelt und seine Schwester wahrnahm, zeigte sie ihm ihre Welt und zwar immer mit den passenden Kindergebärden.

Diese besondere Sprache und Verbindung konnten sie dank der Zwergensprache für sich schaffen.

 

Autorin: Dr. Anika Kilgenstein, Zwergensprache- und Dunstan-Babysprache-Kursleitung in Rosenheim, Regionalleiterin Zwergensprache Bayern-Team, Ärztin und Mama von 2 Kindern

Sorda – Der Klang der Welt: Ein Film über leise Kommunikation und große Verbindung

Sorda – Der Klang der Welt ist ein Film, der leise erzählt und gleichzeitig tief berührt.

Im Mittelpunkt steht Ángela, eine gehörlose werdende Mutter, deren Alltag von vielen kleinen, stillen Herausforderungen
geprägt ist – genau den Momenten, die Hörende oft kaum wahrnehmen. Der Film zeigt eindrucksvoll, wie viel
zwischen Menschen passiert, auch wenn kaum Worte fallen.


Was den Film besonders macht: Gehörlosigkeit wird nicht als Verlust dargestellt, sondern als eigene, reiche Art
der Kommunikation. Ángelas Welt ist ruhig, aber keineswegs leer. Sie ist geprägt von Blickkontakt, Gestik, Mimik und sehr viel Ausdruck – voller Verbindung jenseits von Lautsprache.


Ein sanfter Perspektivwechsel für Hörende Sorda hält Hörenden einen sanften Spiegel vor. Der Film macht deutlich, wie stark viele Alltagssituationen auf Hörbarkeit ausgerichtet sind – und wie bereichernd es sein kann, Kommunikation breiter zu denken. Der Film macht deutlich, dass Verständigung nicht nur aus gesprochenen Worten besteht, sondern aus
Aufmerksamkeit, Respekt und der Bereitschaft, einander wirklich wahrzunehmen.
Eine gemeinsame Haltung: Kommunikation für alle zugänglich machen.


Genau diese Haltung findet sich auch in den Kursen, Workshops und Seminaren der Zwergensprache wieder:
_aufmerksames Beobachten,
_respektvoller Umgang mit verschiedenen Ausdrucksformen,
_Freude an nonverbaler Verständigung.

 

Babys nutzen von Anfang an ihren Blick, ihre Hände und ihren Gesichtsausdruck, um sich mitzuteilen. Gebärden
unterstützen diese natürliche Kommunikation und erleichtern Familien den gemeinsamen Alltag – oft schon
lange bevor erste Worte entstehen.

Sorda und die Zwergensprache-Arbeit teilen ein wichtiges Anliegen: Kommunikation für alle zugänglich, vielfältig und inklusiv zu gestalten – unabhängig davon, ob jemand hört, spricht oder sich vor allem
visuell ausdrückt. Der Film erinnert daran, wie wertvoll es ist, früh neue Kommunikationswege zu eröffnen und miteinander in Verbindung zu bleiben – leise, klar und liebevoll.

Link zum Filmtrailer

 

Autorin: Katharina Schütze, Zwergensprache und Dunstan Babysprache, Kursleitung in Osnabrück, Ergotherapeutin, Regionalleiterin für Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein

Warum Babyzeichensprache und Babymassage weit mehr sind als „nur für Babys“

„Das ist doch nur was für Babys, oder?“. Diesen Satz höre ich immer wieder – sowohl über Babyzeichensprache als auch über Babymassage. Und jedes Mal muss ich ein bisschen schmunzeln. Denn wenn ich eines aus meiner eigenen Erfahrung als Mama gelernt habe, dann das: Manche Dinge wachsen einfach mit. Sie verändern sich, werden leiser, subtiler – aber sie bleiben.

Und genau so ist es bei uns.

Meine Kinder sind heute acht und elf Jahre alt. Also längst keine Babys mehr. Und trotzdem ist die Babyzeichensprache bei uns noch immer lebendig. Nicht mehr in der Form, wie man sie vielleicht aus Kursen kennt – aber als etwas ganz Eigenes, fast schon Magisches.

Eine Art Geheimsprache.

Wenn wir unterwegs sind, tauschen wir manchmal ganz unauffällig Zeichen aus.

„Ich muss auf die Toilette.

„Können wir nach Hause gehen?

„Möchtest du noch etwas trinken?

Kein lautes Rufen, kein Unterbrechen – nur ein kurzer Blick, eine kleine Bewegung, und wir verstehen uns. Es ist, als hätten wir uns eine stille Brücke gebaut, die nur uns gehört.

Und dann ist da noch meine Kleine.

Sie hat das Fingeralphabet für sich entdeckt – und etwas daraus gemacht, womit ich nie gerechnet hätte: Sie hat sich damit selbst Rechtschreibregeln erschlossen. Buchstaben gefühlt, gesehen, verinnerlicht. Auf ihre ganz eigene Weise gelernt.

Das ist der Moment, in dem mir klar wird: Zwergensprache ist kein „Baby-Tool.

Es ist eine Sprache. Und Sprache hört nicht einfach auf.

Und das Gleiche erlebe ich auch bei derBabymassage– auch so ein Begriff, der oft in eine kleine Schublade gesteckt wird. Zart, niedlich, für die Kleinsten. Aber Berührung ist so viel mehr als das.

Sie ist Verbindung. Immer.

Gerade mit größeren Kindern verändert sich so vieles. Der Alltag wird voller, die Gespräche manchmal kürzer, die Welt um sie herum größer. Und genau dann sind diese stillen Momente der Nähe so unglaublich wertvoll.

Mein großer Sohn ist jetzt elf. Und weißt du was?

Er sagt bis heute: „Mama, ich bekomme ich eine Babymassage?“

Und jedes Mal denke ich: Wie schön ist das bitte?

Dass er sich diesen Wunsch erlaubt. Dass er weiß, wie sich Geborgenheit anfühlt. Dass er sich diese Verbindung nimmt – auch jetzt noch.

Ein ganz besonderer Moment war übrigens, als ich meine Babymassage-Ausbildung gemacht habe. Sie war online – und mein Sohn war mein „Lernbaby“. Wir haben so viel gelacht, ausprobiert, gelernt. Und gleichzeitig ist da etwas entstanden, das bis heute geblieben ist.

Vielleicht ist es genau das, was ich dir mitgeben möchte:

Babyzeichensprache und Babymassage sind keine „Phasen“.

Sie sind Einladungen.

Einladungen zu Verbindung. Zu Verständnis. Zu Nähe – weit über das Babyalter hinaus.

Und vielleicht werden sie bei euch auch irgendwann zu etwas ganz Eigenem.

Zu kleinen Ritualen. Zu einer Geheimsprache. Zu Momenten, die bleiben.

Denn was wir unseren Kindern wirklich schenken, ist nicht die Methode.

Es ist das Gefühl dahinter.

 

Autorin: Annina Riepp, Zwergensprache und Dunstan Babysprache Kursleitung in Uster, Zwergensprache Länderleitung der Schweiz, Doula & Babymassage Kursleitung