Die Sommerzeit ist eine perfekte Gelegenheit für Familien, neue Abenteuer zu erleben. Manchmal bedeutet das mit Baby zu fliegen. Das kann eine aufregende, aber auch herausfordernde Erfahrung für Familien sein. Wie gestaltet man am besten einen Flug mit Baby? Diese Frage kam in der letzten Babyzeichen Kursstunde auf.
Hier nun das gesammelte Wissen und Ideen der Kurseltern:
- Wirf alle Erwartungen gleich über Bord und freu dich auf das Abenteuer, stets im Moment zu sein. Viele neue Reize wirken auf dein Baby ein und können für alle herausfordernd sein, wenn alles „perfekt“ ablaufen soll. Reisen mit Kind, bedeutet nun mal reisen mit Kind.
- Frühzeitig planen: bucht, wenn möglich einen Flug, der gut in den Schlaf- oder Ruheplan des Babys passt, um die Wahrscheinlichkeit von Unruhe oder Schlafstörungen zu minimieren.
- Nimm vertraute Lieblingssachen mit: ein Kuscheltier oder eine Decke können dem Baby ein Gefühl von Sicherheit geben.
- Stillen oder Füttern während des Starts und der Landung: Das Saugen kann helfen, den Druckausgleich in den Ohren zu erleichtern.
- Babytrage oder Tragetuch: So bleiben die Hände frei und das Baby ist stets in Wohlfühlnähe
Beschäftigungsideen während des Flugs:
- Activity oder Quietbooks sind schon für ganz kleine Kinder spannend, da sich allerhand entdecken lässt und ganz nebenbei die Motorik gefördert wird.
- Pixibücher oder Wimmelbücher im Taschenformat
- Fidget Spiele (Pop it oder Sensorywürfel)
- Schleichtiere
- Saugnapfrasseln (squigz)
Als besonderer Tipp landen viele Kleinigkeiten einzeln verpackt als „Taschenjoker“ im Handgepäck und werden nach einander angeboten – so bleibt immer etwas zu entdecken.
Am Ende der Stunde waren sich alle, trotz der vielen gesammelten Tipps einig, dass die Reise an sich wohl das Spannendste ist und es unzählige Dinge zu entdecken gibt. Die Babyzeichen für „Flugzeug“, „Meer“, „Sonne“ und „Eis“ gabs als Bonus für alle dazu.
Apropos Eis – nächste Woche gibt es ein leckeres Rezept von meiner Kollegin für selbstgemachtes Eis, dass schon die Kleinsten genießen können.
Autorin: Johanna Berktold, BA, Zwergensprache und Dunstan Babysprache Kursleitung in Vorarlberg/Österreich, Sozialarbeiterin und Sexualpädagogin
Der Sommerurlaub schenkt Familien etwas, das im Alltag oft viel zu kurz kommt: Zeit.
Zeit, gemeinsam Muscheln zu sammeln, den Wellen zuzusehen oder auf einer Picknickdecke zu sitzen, ohne ständig auf die Uhr schauen zu müssen. Genau in diesen entschleunigten Momenten entstehen oft die wertvollsten Gespräche – noch lange bevor Kinder ihre ersten Sätze sprechen. Denn Kommunikation beginnt nicht erst mit Worten. Sie beginnt dort, wo ein Kind denkt: „Schau mal, Mama!”
Kleine Hände, große Geschichten
Mia läuft barfuß durch den warmen Sand. Plötzlich bleibt sie stehen. Zwischen den Muscheln entdeckt sie eine besonders schöne. Vorsichtig hebt sie sie auf, dreht sich zu ihrer Mama und zeigt die Gebärde für „Muschel”.
Mama geht lächelnd in die Hocke. „Ja! Eine Muschel! Die hast du gefunden!”
Mia strahlt. Nicht, weil sie die Muschel behalten möchte. Sondern weil sie ihrer Mama gerade von ihrer Entdeckung erzählen konnte – und verstanden wurde.
Viele denken bei Babyzeichen zuerst oder nur an „mehr”, „trinken” oder „fertig”. Natürlich helfen Gebärden auch dabei, Bedürfnisse auszudrücken. Doch mindestens genauso wertvoll sind die Momente, in denen Kinder ihre Begeisterung mit uns teilen möchten.
„Papa, hast du das gesehen?”
Später sitzt die Familie am See. Während Papa gerade die Trinkflaschen einpackt, watschelt eine Ente am Ufer entlang. Er hat sie noch gar nicht bemerkt.
Mia tippt ihn sanft an und zeigt die Gebärde für „Ente”. Papa folgt ihrem Blick und lächelt. „Ach, da ist ja eine Ente! Die hast du zuerst entdeckt.”
Gemeinsam beobachten sie das Tier. Nur ein kurzer Augenblick – und doch ein kleines Gespräch, ganz ohne gesprochene Worte. Kinder möchten uns eben nicht nur sagen, was sie brauchen. Sie möchten uns zeigen, was sie bewegt, begeistert und fasziniert. Babyzeichen geben ihnen diese Möglichkeit schon lange, bevor sie ihre Gedanken in Worte fassen können.
Mehr Zeit, mehr Verbindung
Im Urlaub verändert sich oft das Tempo des Familienalltags. Es gibt weniger Termine und mehr gemeinsame Erlebnisse. Dadurch entsteht Raum für das, was Kinder sich am meisten wünschen: unsere ungeteilte Aufmerksamkeit.
Beim Muschelnsammeln, Entenbeobachten oder Wasserplanschen entstehen unzählige Gelegenheiten für kleine Gespräche.
Ganz nebenbei fördern wir damit auch die sogenannte gemeinsame Aufmerksamkeit (Joint Attention) – einen wichtigen Baustein der frühen Sprachentwicklung. Kinder erleben: „Mama sieht, was ich sehe.” Das stärkt nicht nur die Kommunikation, sondern auch die Bindung.
Ein Moment, der bleibt
Nach einem langen Tag am Strand geht es noch kurz auf den Spielplatz. Natürlich möchte Mia schaukeln. Papa schubst sie vorsichtig an, ihr fröhliches Lachen erfüllt den ganzen Platz.
Als die Schaukel langsamer wird, hebt Mia ihre kleine Hand und zeigt: „Nochmal.”
Für Außenstehende ist es nur eine kleine Handbewegung. Für ihren Papa ist es ein ganzer Satz: „Das macht mir so viel Spaß. Bitte schaukele mich noch einmal.” Er lächelt und schubst sie erneut an.
Vielleicht wird Mia sich später nicht mehr an diesen Sommertag erinnern. Papa aber ganz bestimmt.
Die schönsten Erinnerungen brauchen keine großen Worte
In ein paar Jahren wisst ihr vielleicht nicht mehr, wie groß die Sandburg war oder was ihr am ersten Urlaubstag gegessen habt. Aber an den Moment, als euer Kind euch voller Stolz seine Muschel zeigte, auf die Ente aufmerksam machte, die ihr selbst übersehen hättet, oder lachend „nochmal” forderte – daran erinnert ihr euch.
Es sind oft genau diese kleinen Momente des Verstandenwerdens, die einen Sommer unvergesslich machen.
Wenn ihr Babyzeichen kennenlernen möchtet oder einen Zwergensprache-Kurs in eurer Nähe sucht, findet ihr auf unserer Homepage liebevolle Kursleitungen, die euch dabei begleiten.
deine regionale Zwergensprache Kursleitung finden
Denn manchmal braucht es nur eine kleine Handbewegung, damit aus einem Sommertag eine Erinnerung fürs Leben wird.
Autorin: Nicole Cieslak, Zwergensprache und Dunstan Babysprache Kursleitung in Freiberg/Sachsen
Im Babyzeichen-Kurs erzählen wir immer wieder, wie wichtig es ist, die Zeichen in den Alltag einzubauen und regelmäßig zu gebrauchen. Und selbstverständlich machen die Zeichen auch in den Ferien keine Pause! Egal wo Ihr gerade seid, wenn Ihr aufmerksam seid, findet Ihr innerhalb kürzester Zeit jede Menge Dinge, die Euer Baby interessieren könnten.
Bei der Kirche gab es zum Beispiel viele Tauben (Babyzeichen für VOGEL). Überall stehen BÄUME und BLUMEN, die vielleicht ganz anders aussehen als zu Hause und daher äußerst interessant für unsere Kinder sind, die noch so viel lernen wollen.
Das Kind ist MÜDE oder HUNGRIG vom Ausflug? Es fürchtet sich (ANGST) in den vielen Leuten und will nach HAUSE? Wie unglaublich hilfreich, wenn es das mit Hilfe eines Zeichens mitteilen kann, auch wenn seine Sprache noch nicht so weit ist.
Ganz schön ist es auch zu erleben, dass Menschen anderer Sprache Eure Kommunikation ebenfalls verstehen werden, weil die Babygebärden so wunderbar bildlich sind und immer wieder zu tollen Gesprächen einladen.
Autorin: Fabienne Rütsch, Zwergensprache und Dunstan Babysprache Kursleitung in Oberuzwil (CH), Kauffrau, Hypnosetherapeutin
Neulich saßen wir als Familie im Restaurant beim Buffet. Mein
Mann war gerade aufgestanden, um sich noch etwas zu holen,
unser Sohn saß neben mir und beobachtete sehr konzentriert,
was auf seinem Teller noch übrig war. Dann sah er mich an und
machte mir mit seinen kleinen Händen klar, was ihm fehlte:
Essen. Fisch. Mehr.
Ich musste unwillkürlich lächeln. Also suchte ich den Blick
meines Mannes quer durch den Raum, fing seine
Aufmerksamkeit ein und zeigte ihm – ganz ohne ein Wort, ganz
ohne Rufen durch das halbe Restaurant – dieselben drei
Zeichen. Dazu deutete ich auf unseren Sohn, der mich mit
dieser herrlich selbstverständlichen Ernsthaftigkeit ansah, mit
der Kinder ihre Wünsche in die Welt schicken.
Es war ein kleiner, unscheinbarer Familienmoment, der sich für
mich aber doch ganz groß anfühlte: Kein lautes „Kannst du
noch mal…?“, kein hektisches Aufstehen, kein Stören anderer
Gäste. Nur ein Kind, das sich verständlich machen konnte und
zwei Eltern, die verstanden haben. Und am Ende genau das auf
dem Teller, was gewünscht war.
Solche Augenblicke sind es, die mich im Alltag oft innehalten
lassen. Weil sie zeigen, wie viel Verbindung in etwas so
Einfachem liegen kann. Drei kleine Zeichen. Ein bisschen Fisch.
Und dieses leise Gefühl von: Wir verstehen uns.
Autorin: Laura Schulz, Zwergensprache Kursleitung in Braunschweig, Niedersachsen