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Ausgezeichnet mit dem Siegel "Unternehmen der Zukunft"

Sprachförderung

Aus dem Alltag einer Sprachpädagogin

Ich möchte euch heute an einem Ereignis aus meinem Berufsalltag in einem städtischen Kindergarten teilhaben lassen. Als Sprachpädagogin begleite ich Kinder in ihrem Alltag und unterstütze sie alltagsintegriert beim Spracherwerb. In unserem Kindergarten gibt es sehr viele Kinder, die Deutsch als Zweit- oder Drittsprache habe und wo daher teilweise noch kaum Deutsch mit ihnen gesprochen wird.

Seit Oktober darf ich unter Anderem ein junges Kind (3 Jahre) im Alltag begleiten. Aufgrund der Sprachbarriere war ihre Eingewöhnung sehr herausfordernd - sowohl für das Kind wie auch das Personal. Während dieser Zeit konnten ich jedoch beobachten, dass das Kind sehr gerne zuhört, wenn ich singe und auch mitmachen möchte. Immer wieder haben wir die verschiedensten Lieder gesungen, sie hat auf Dinge gezeigt und ich habe ein Lied dazu gesungen.

Weil ich ja auch noch Babyzeichen-Kurse für Familien gebe, ist es für mich schon selbstverständlich, wenn ich beim Singen Zeichen zeige und so habe ich ihr immer wieder die Gebärde für Schmetterling beim Lied „Schmetterling du kleines Ding“ gezeigt.

Ein paar Wochen vergingen und die Eingewöhnung wurde leichter und schließlich kam sie ganz im Kindergarten an. Kurz vor Weihnachten saß ich wieder einmal mit ihr bei der Jause / Vesper und sie legte ihre in Schmetterlingsform ausgestochene Wurst auf ihr Teller, dann schaute sie mich an und grinste, während sie mir das Zeichen für Schmetterlingzeigt. Ich freute mich so sehr und wir haben beide über die Schmetterlinge aus Wurst gelacht.

 

Autorin: Viktoria Schartmüller, Elementarpädagogin, Zwergensprache Kursleiterin in Linz (AT), Regionalleiterin für Öberösterreich und Salzburg

Gebärden in der Kita - Zwergensprache im Podcast Interview

Jedes Kind hat ein Recht darauf, gehört und gesehen zu werden. Die Babyzeichen und Kindergebärden nach dem Zwergensprache-Konzept ermöglichen Partizipation und Selbstwirksamkeitserleben von Anfang an - auch in der Betreuung.

Unsere liebe Zwergensprache Kollegin, Erzieherin, Ergotherapeutin und Fachberaterin für die Kindertagespflege Tanja Schmidt aus Lübeck hat dazu mit unserem Kooperationspartner der Pädiko-Akademie einen Podcast mit tollen Insights aus dem Kita-Alltag mit Gebärden aufgenommen.

Komm mit, höre rein und erhalte abwechslungsreiche Einblicke in den Einsatz von Gebärden für das Krippenalter, zur Sprach- und Bindungsförderung, für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ), bei Mehrsprachigkeit, Late Talkern und für Kinder mit besonderen Bedürfnissen sowie Sprach- und Entwicklungsverzögerungen.

Sie alle profitieren davon, wenn wir Worte mit konkreten, einheitlichen Gesten begleiten, verbinden und Sprache so auch sichtbar machen. Die von der Zwergensprache verwendeten Gebärden stammen aus der deutschen Gebärdensprache (DGS) im Sinne der Inklusion.

Hier geht es zum Podcast auf Spotify:

Podcast auf Spotify

Hier kannst Du Dir das Interview auch als Youtube-Video ansehen:

Podcast auf Youtube

Viel Spaß dabei! Wenn Du eine Schulung für Dich oder Dein Kita-Team buchen möchtest, so findest Du hier unsere regionalen Seminarleiter*innen in D, AT und CH sowie Eckdaten zu den verschiedenen Angeboten für pädagogische Fachkräfte:

Seminarangebote für Gebärden in der Kita

Und natürlich gibt es "Zwergensprache - Gebärden in der vorsprachlichen Kommunikation" auch bei der Pädiko Akademie als Kurs und Modul für die Ausbildungen zur

  • Fachkraft für Krippenpädagogik
  • Fachkraft für alltagsintegrierte Sprachbildung nach KitaG
  • Fachpädagog:in für Inklusive Entwicklungsförderung
  • als Frühkindpädagog:in U3
  • Fachkraft für Integrations- und Inklusionsaufgaben

Lust bekommen, spielerischen Sprach-Spaß selbst in die Hand zu nehmen?

Dann komm auf uns zu. Wir freuen uns auf Deine Kontaktaufnahme und unterbreiten gern ein passendes Angebot für Dich und Dein Team.

 

Autorin: Vivian König, Gründerin, Ausbilderin und Geschäftsführerin der Zwergensprache GmbH, Markranstädt

Jahreskongress der Zwergensprache in München

Am 11. & 12.11.2023 war es wieder soweit: unsere Kursleiterinnen aus der Zwergensprache und Dunstan Babysprache trafen zusammen, um sich fortzubilden, auszutauschen und zu netzwerken. Aus ganz Deutschland, aus der Schweiz, aus Österreich und im heurigen Jahr erstmals aus Belgien reisten sie meilenweit nach München an, um den spannenden Fachvorträgen von Expertinnen aus den unterschiedlichsten Sparten zu lauschen.

Auf den neuesten Stand der Sprachentwicklungsforschung und der alltagsintegrierten Sprachförderung gebracht, rauchten bald die Köpfe und erhielten mit einer spontanen Yogasession zwischendurch eine willkommene Pause.

Aktuelles gab es nochmals zu Social media und natürlich die Neuigkeiten zu kreativer Workshop- und Babykursgestaltung.

Die Babys aus unseren Kursen 2024 können sich also gefasst machen auf noch mehr Spaß und Abwechslung in unseren Angeboten (und ihre Eltern natürlich auf geballtes Fachwissen rund um bindungsorientierte Kommunikation von Anfang an).

Zu guter Letzt brachte das Videoshooting zum nahenden Adventskalender noch jede Menge Spaß in die Runde – daher save the date! Ab 1.12.2023 erwartet eure Familie ein Adventskalender voll Babyzeichen!

 

Autorin: Maria Gfrerer, Zwergensprache und Dunstan Babysprache Kursleitung in Graz, Referentin für Fachpersonalschulungen und Bibliotheken, Musikpädagogin

Mehr Nähe, weniger Frust – Zwergensprache bewegt Niederösterreich

Im Jahr 2025 hat sich in Niederösterreich viel bewegt: Insgesamt wurden 53 Betreuer:innen sowie Pädagog:innen aus 12 TBE-Einrichtungen (Tagesbetreuungseinrichtungen) an verschiedenen Standorten in Niederösterreich in der Zwergensprache und den sprachbegleitenden Kindergebärden geschult. Damit konnten zahlreiche Kinder und Familien von einem Kommunikationsangebot profitieren, das den Alltag spürbar erleichtert und bereichert.

Die Rückmeldungen aus den TBE-Einrichtungen sind eindeutig:
Babyzeichen und Kindergebärden unterstützen den Alltag auf mehreren Ebenen – sanft, spielerisch und effektiv.

Hier die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:

  • Weniger Frust, mehr Verständnis: Kinder können Bedürfnisse früher und klarer ausdrücken – bevor sie sprechen können.
  • Stärkung von Bindung & Beziehung: Durch die gemeinsamen Gesten entsteht eine sehr warme, liebevolle Kommunikation.
  • Gute Orientierung im Tagesablauf: Wiederkehrende Zeichen wie Essen, Wickeln, Warten, Fertig oder Nochmal geben Sicherheit.
  • Bessere Teilhabe: Auch sehr junge Kinder oder Kinder mit Entwicklungsverzögerungen werden aktiver und selbstbewusster.
  • Unterstützung der Sprachentwicklung: Zwergensprache ersetzt die Lautsprache nicht – sie unterstützt und beschleunigt sie.
  • Entlastung für das Betreuungsteam: Alltagsabläufe werden ruhiger und typische „Missverständnisse“ reduzieren sich deutlich.

Möchtest auch Du eine Schulung für Dich oder Dein Team? Dann melde Dich für Inhouse-Seminare, Vorträge, Fachworkshops und unser Zwergensprache Kita-Programm mit Zertifizierung einfach bei Deiner regionalen Kursleitung in D-AT-CH oder über Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..

 

Autorin: Sandra Fasching, Kindergartenpädagogin, Schlafberaterin, Spielgruppenleiterin, Zwergensprache und Dunstan Babysprache Kursleitung in Niederösterreich

 

Mit den fünf Weihnachtswichteln den Advent einläuten

Pünktlich zur Adventszeit hat unsere liebe Kollegin Britta aus Lohne dieses schöne Fingerspiel aus ihrem
Fundus gezaubert. Die Finger dürfen dabei in einen Handschuh wandern, mit Gesichtern zum Leben erweckt
werden oder sogar ein Mützchen bekommen!


Viel Spaß beim Aufwecken!


Fünf kleine Weihnachtswichtel (Fingerspiel)
Fünf kleine Weihnachtswichtel
schlafen unterm Dach
Kommt der Herbstwind, pustet`s weg,
Wird der Kleine wach.

 

Vier kleine Weihnachtswichtel
schlafen Schopf an Schopf
Fällt ein schwerer Apfel
Dem zweiten auf dem Kopf.


Drei kleine Weihnachtswichtel
träumen sanft und süß
Fällt der erste Schnee herab
Weckt den dritten dies.


Zwei kleine Weihnachtswichtel
lassen sich nicht stör´n
Doch der zweite spürt ein Licht
Strahlt der Weihnachtsstern.


Ein kleiner Weihnachtswichtel
möchte zwar noch nicht
Doch die anderen schütteln ihn
„Zeig uns dein Gesicht“.


Fünf kleine Weihnachtswichtel
wollen nicht mehr ruh´n
Springen auf den Schlitten auf:
Es gibt viel zu tun!

 

P.S.: Der Wichtelreim kann natürlich auch gesungen werden!

Link zum Wichtellied

 

Autorin: Katharina Schütze, Zwergensprache und Dunstan Babysprache, Kursleitung in Osnabrück, Ergotherapeutin, Regionalleiterin für Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein

Neuerscheinung: Gebärden-Reminder zu unseren Kita-Schulungen

Das Kindergebärden-Seminar ist vorüber, die Begeisterung war groß und dann schlägt der Alltag zu. Gar nicht so leicht, trotz Begleitung durch eine patente Zwergensprache-Kursleitung, den neuen Vorsatz - mit den Kindern aktiv zu gebärden - jeden Tag in den nächsten Monaten auch engagiert zu leben.

Dafür gibt es nun von Zwergensprache Gründerin Vivian König eine neue Handreichung und Hilfestellung für unsere pädagogischen Fachkräfte:

Visuelle Gebärden-Reminder für die verschiedenen Situationen im Kita-Alltag

Es wurden 13 Themenblätterzusammengestellt, die unsere Zwergensprache-Kitas und Tageseltern downloaden, beliebig oft ausdrucken und aufhängen können, um die wichtigsten 6 Gebärden zu jedem Thema direkt parat zu haben. Sie sollten in den eigenen Räumlichkeiten direkt dort aufgehängt werden, wo sie ihren Nutzen entfalten und man die alltagstauglichen Gebärden sofort im Blick hat.

Diese Themenvielfalt ist inkludiert – mit zusammen fast 80 verschiedenen Gebärden – einige auch Bonuszeichen, die nicht in unserer Zwergensprache Babyzeichen-App sind:

Morgenkreis / Mahlzeiten / Garderobe / Bad / Spielen / Schlafenszeit / Spielplatz / Garten / Fahrzeuge / Kuschelecke / Basteln / Wetter / Gefühle

Damit schaffen es unsere geschulten Teams ganz spielerisch, die Handgesten tagtäglich aktiv und kontinuierlich in die Kommunikation mit den betreuten Kindern in Krippe und Kindergarten einfließen zu lassen. So bleibt der Gebärdenalltag lebendig und abwechslungsreich.

Unser Bonustipp: sich im Team pro Monat ein Thema fest vornehmen, bei dem alle bewusst aufs Gebärden achten wollen. So wächst der aktiven Gebärden-Wortschatz übers ganze Jahr schrittweise mit - ohne Überlastung.

13 Themenblätter zum Ausdrucken, ca. 80 Gebärden, Format A4, erschienen 2026 im Verlag Zwergensprache GmbH

Preis: € 24,95

Hol Dir hier die brandneuen Kita-Gebärden-Themenblätter:

Kita Gebärden Themenblätter

 

Autorin: Vivian König, Zwergensprache Gründerin, Geschäftsführerin, Autorin und Ausbilderin für D, AT, CH

Sorda – Der Klang der Welt: Ein Film über leise Kommunikation und große Verbindung

Sorda – Der Klang der Welt ist ein Film, der leise erzählt und gleichzeitig tief berührt.

Im Mittelpunkt steht Ángela, eine gehörlose werdende Mutter, deren Alltag von vielen kleinen, stillen Herausforderungen
geprägt ist – genau den Momenten, die Hörende oft kaum wahrnehmen. Der Film zeigt eindrucksvoll, wie viel
zwischen Menschen passiert, auch wenn kaum Worte fallen.


Was den Film besonders macht: Gehörlosigkeit wird nicht als Verlust dargestellt, sondern als eigene, reiche Art
der Kommunikation. Ángelas Welt ist ruhig, aber keineswegs leer. Sie ist geprägt von Blickkontakt, Gestik, Mimik und sehr viel Ausdruck – voller Verbindung jenseits von Lautsprache.


Ein sanfter Perspektivwechsel für Hörende Sorda hält Hörenden einen sanften Spiegel vor. Der Film macht deutlich, wie stark viele Alltagssituationen auf Hörbarkeit ausgerichtet sind – und wie bereichernd es sein kann, Kommunikation breiter zu denken. Der Film macht deutlich, dass Verständigung nicht nur aus gesprochenen Worten besteht, sondern aus
Aufmerksamkeit, Respekt und der Bereitschaft, einander wirklich wahrzunehmen.
Eine gemeinsame Haltung: Kommunikation für alle zugänglich machen.


Genau diese Haltung findet sich auch in den Kursen, Workshops und Seminaren der Zwergensprache wieder:
_aufmerksames Beobachten,
_respektvoller Umgang mit verschiedenen Ausdrucksformen,
_Freude an nonverbaler Verständigung.

 

Babys nutzen von Anfang an ihren Blick, ihre Hände und ihren Gesichtsausdruck, um sich mitzuteilen. Gebärden
unterstützen diese natürliche Kommunikation und erleichtern Familien den gemeinsamen Alltag – oft schon
lange bevor erste Worte entstehen.

Sorda und die Zwergensprache-Arbeit teilen ein wichtiges Anliegen: Kommunikation für alle zugänglich, vielfältig und inklusiv zu gestalten – unabhängig davon, ob jemand hört, spricht oder sich vor allem
visuell ausdrückt. Der Film erinnert daran, wie wertvoll es ist, früh neue Kommunikationswege zu eröffnen und miteinander in Verbindung zu bleiben – leise, klar und liebevoll.

Link zum Filmtrailer

 

Autorin: Katharina Schütze, Zwergensprache und Dunstan Babysprache, Kursleitung in Osnabrück, Ergotherapeutin, Regionalleiterin für Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein

Stark im Kommen: Ausbildung zu Kindergebärden für Fachpersonal

Nun wurde auch in Niederösterreich die erste Tagesbetreuungseinrichtung in der Zwergensprache zu den sprachbegleitenden Kindergebärden geschult. Seit mittlerweile 2 Monaten arbeitet das Team vom Spatzennest in Eggenburg mit den Handzeichen und hat schon viele tolle Momente mit der Zwergensprache erlebt.

Die Kinder nehmen die Gebärden mit Freude an und fühlen sich verstanden. Auch für das Betreuerpersonal ist es von Vorteil, die Bedürfnisse und Kommunikationsversuche der Kinder so rascher zu kennen und leichter darauf eingehen zu können.

Diese Weiterbildung ist eine absolute Empfehlung sowohl aus Elternsicht: das Kind in eine Zwergensprache-zertifizierte Eirichtung zu geben, wo es sich gesehen und verstanden fühlen kann als auch aus Sicht der Pädagoginnen, um den Alltag mit den Kindern zu erleichtern und auf spielerische und „bewegte“ Weise Sprachförderung tagtäglich bewusst, aber ganz easy umzusetzen.

 

Autorin: Sandra Fasching, Zwergensprache und Dunstan Babysprache Kursleitung in Niederösterreich, Kindergartenpädagogin, Leiterin einer Tagesbetreuungseinrichtung

Theater für die Kleinsten

Alljährlich findet sowohl der Tag der europäischen Sprachen am 26. September als auch der Vorlesetag am 21. November statt. Zu diesen besonderen Tagen gibt es im Eltern-Kind-Büro in Dresden immer ein Theaterangebot für Babyzeichenkinder. 

Mit Hilfe des Kamishibais können schon die Kleinsten in die Welt des Theaters mit Musik und Geschichten eintauchen.  Das Erzähltheater ist ein einfacher Holzrahmen, in dem großformatige Bildkarten stecken. Die Bilder sind klar, statisch und konzentrieren die gesamte Aufmerksamkeit der Kinder auf das, was passiert – kein Flimmern, kein Schnickschnack, nur die Geschichte, die sich Blatt für Blatt entfaltet, um eine wunderbare Märchenwelt auferstehen zu lassen. Ursprünglich kommt diese Erzählvariante mit dem Kamishibai (wörtlich „Papiertheater“) aus Japan, wo es auf eine lange Tradition zurückblickt. 

Mit den wunderbaren Tierbildern aus den Zwergensprache-Büchern lassen sich spannende kleine neue Geschichten erfinden, z.B. die “Vom Marienkäfer Paul, der nicht spazieren gehen wollte”. Er weigert sich, mit seiner Familie spazieren zu gehen und sieht dann aber, dass alle seine Freunde auch mit ihren Eltern spazieren gehen. 

Gerade bei unserer jungen Zielgruppe ist die Wiederholung das wichtigste Element. Wir wiederholen einfache, kindgerechte Sätze, verbinden sie mit Musik und den passenden Babyzeichen. Wir singen, wir klatschen, wir erzählen – und das immer wieder.

 Zum Abschluss gab es einen gemeinsamen Tanz mit dem Publikum, der nochmal alle Freunde des kleinen Marienkäfers vereinte. 

Das Zeichen für "nochmal" konnte ich öfter bei den kleinen Zuschauern sehen und Eltern berichteten mir später, wie erleichternd es sei, wenn ihr Kind sich so ausdrücken kann, wie es hilft Frustration im Alltag zu vermeiden, wenn sie die Wünsche ihrer Kinder sofort verstehen. Und wie sehr es dadurch die Bindung stärken kann, wenn man sich wirklich verstanden fühlt.

Die Kombination aus Babyzeichen, Musik und Kamishibai ist für mich mehr als nur Unterhaltung. Sie ist ein Türöffner für Kommunikation und sprachliche Förderung, ein Verstärker für Aufmerksamkeit und ein Geschenk für die ganze Familie. Solche Formate zeigen auf spielerische und einfache Weise, wie vielseitig Babyzeichen in den Alltag integriert werden können. Sie machen Sprache sichtbar, fühlbar und begreifbar – beim Vorlesen, beim Singen, beim Spielen. Und das ist für unsere Kinder ein riesiger Gewinn.

Ich freue mich schon auf die nächste Vorstellung. Und auf viele weitere „Nochmaaal!“-Momente”.

 

Autorin: Marianne Irmer, Zwergensprache Kursleiterin, Musikerin und Projektleiterin der Eltern-Kind-Büros in Dresden

Wertvolle Impulse in Erfurt gesammelt – Jahreskongress 2025

Wenn Menschen von außen auf unser Netzwerk schauen, sehen sie oft zunächst die Kurse und Seminare: Babyzeichen, Dunstan-Laute, frühe Kommunikation. Was dabei leicht übersehen wird, ist das, was seit mehr als zwei Jahrzehnten im Hintergrund gewachsen ist: ein belastbares, herzliches und lebendiges Netzwerk von Kursleiterinnen, das sich austauscht, voneinander lernt und gemeinsam weiterentwickelt.

Der Kongress ist für viele von uns jedes Jahr ein Moment des Innehaltens.
Ein Wiedersehen mit Kolleginnen, die man manchmal nur digital oder aus der Ferne kennt. Ein Raum, in dem wir uns gegenseitig daran erinnern, warum wir tun, was wir tun – und was uns in unserer Arbeit antreibt. Und ein Ort, an dem neue Blickwinkel entstehen, die noch lange nachwirken.

Die Vorträge und Workshops öffnen jedes Jahr Türen zu Themen, die uns in unserem vielfältigen Alltag als Kursleiterinnen und in der Begleitung von Familien stärken. Dieses Mal standen Autismus, Gewaltfreie Kommunikation, die 9 Intelligenzen nach Howard Gardner und das Zusammenspiel von Haltung und Sprache nach dem Babyshiatsu- und Shonishin-Ansatz von Karin Kalbantner-Wernicke und Thomas Wernicke im Mittelpunkt – ebenso wie die Frage, wie wir als Kursleiterin, Mama und Frau gut für uns selbst sorgen können.

So zeigt der Kongress immer wieder, wie wertvoll diese Gemeinschaft ist: wie Erfahrungen geteilt, Fragen offen gestellt und frische Impulse mitgenommen werden. Ein Austausch, der nicht am Sonntagabend endet, sondern weiterklingt – in unseren Kindergebärden-Kursen, Fachseminaren, Gesprächen und Begegnungen.

Dass wir all dies in Erfurt erleben durften, hat dem Wochenende eine besondere Note verliehen. In einer Stadt, die nicht nur für ihre „Puffbohnen“ bekannt ist, sondern in der einst auch Martin Luther studierte und prägenden Austausch suchte. Ein Ort also, an dem Lernen, Verbundenheit und Weiterdenken schon lange zuhause sind.

Von der kontinuierlichen Weiterbildung und der starken Vernetzung im Hintergrund profitieren letztendlich vor allem die Familien und das Fachpersonal: Sie erhalten aktuelle, verlässliche und praxisnahe Inhalte – getragen von Menschen, die mit Überzeugung, Erfahrung und viel Herz für die Familien arbeiten. So wird aus Wissen Wirkung.

 

Autorin: Katharina Schütze, Zwergensprache und Dunstan Babysprache Kursleitung in Osnabrück, Ergotherapeutin, Regionalleitung für Niedersachsen, Hamburg & Schleswig-Holstein

Wutausbrüche und fehlende Sprache – was Kinder uns (noch nicht) sagen können

Wutausbrüche sind normal – besonders im zweiten Lebensjahr. Aber warum geraten manche Kinder scheinbar ständig aus der Fassung, während andere ruhiger bleiben? Eine spannende Studie hat untersucht, ob das mit der Sprache zu tun haben könnte.

In „Relations Between Toddler Expressive Language and Temper Tantrums“ (Manning et al., 2019) wurde ein klarer Zusammenhang gefunden: Kinder mit geringerem Wortschatz hatten deutlich häufiger Wutanfälle. Kein Wunder – wenn man nicht sagen kann, was man möchte, steigt der Frust. Die Forscher sprechen von einem „emotionalen Ungleichgewicht“, das entsteht, wenn der Wunsch groß ist, aber die Ausdrucksmöglichkeiten fehlen.

Was zeigt die Studie konkret?
- Untersucht wurden Kinder im Alter von 12 bis 38 Monaten.
- Kleinkinder, die mit 24–30 Monaten als „Late Talker“ eingestuft wurden, hatten ein 1,96-fach höheres Risiko für schwere Wutanfälle im Vergleich zu Kindern mit altersgemäßer Sprachentwicklung.
- Die Forscher betonen: Dies sind die ersten wissenschaftlich belegten Hinweise darauf, dass der Zusammenhang zwischen Sprache und Wutanfällen bereits im zweiten Lebensjahr besteht.

Babyzeichen und Kindergebärden können genau hier helfen: Sie geben Kindern eine Möglichkeit, sich mitzuteilen – lange bevor sie sprechen können. Ein Baby, das zeigt „Milch“, „fertig“ oder „aua“, erlebt Selbstwirksamkeit. Es wird verstanden – und das macht ruhiger.

Babyzeichen sind keine Spielerei, sondern ein echtes Kommunikations-Werkzeug. Sie helfen, Wutausbrüche zu reduzieren, Missverständnisse zu vermeiden und Vertrauen aufzubauen. Denn wer gesehen und gehört wird, muss nicht laut werden.

Die Studie zeigt: Frühkindliche Kommunikation ist mehr als Sprache. Und die Babyzeichen der Zwergensprache sind eine wunderbare Brücke – zu mehr Verständnis, weniger Frust und einer stärkeren Eltern-Kind-Bindung. Egal ob im Alltag mit Baby und Kleinkind daheim oder in der Tagesbetreuung, Krippe und Kita.

Studie zum Nachlesen:
Manning, B.L. et al. (2019). Relations Between Toddler Expressive Language and Temper Tantrums in a Community Sample. Journal of Applied Developmental Psychology, Nov–Dec 2019.

Zur Studie auf PubMed

 

Autorin: Annett Stentz, Zwergensprache Kursleitung Rohrbach/Pfalz, Kindertagespflegeperson mit bindungsorientierter Kommunikation, Rheinland-Pfalz