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Ausgezeichnet mit dem Siegel "Unternehmen der Zukunft"

Selbstvertrauen

Gefühle und Babyzeichen, was bringt das?

Was ist ein Gefühl?

Egal ob angenehm oder unangenehm, es ist schwierig zu beschreiben.

Dennoch sprechen alle davon, dass es wichtig ist, dass Kinder lernen, ihre Gefühle zu erkennen und auch auszudrücken. Denn nur so können sie sich im späteren Leben auch wirklich gut um sich selbst zu kümmern. Selbstliebe beginnt genau da: wenn ich meine Gefühle kenne und weiß, was ich in diesem Moment gerade brauche und wie ich mich um mich selbst kümmern kann.

Kinder, die für Gefühle einfache Handzeichen an die Hand bekommen, können bereits im sehr jungen Alter sagen, ob sie gerade "Angst" haben oder sie sich "erschrocken" haben. Ob sie sich gerade sehr "freuen" oder "wütend" sind.

Dies macht es den Eltern so viel leichter, die Kinder liebevoll und achtsam so zu begleiten, wie sie es gerade brauchen. Den Kindern gibt es unendlich viel Selbstvertrauen, weil ihre Gefühle gesehen werden und auch darauf regiert wird.

Meine Tochter hat mit 1,5 Jahren durch Babygebärden gezeigt, dass sie "Angst" hat, weil im Garten sich etwas bewegt hat. Ich habe ihr dann gesagt, dass dies ein "Vogel" ist, der gerade bei uns im Gras sitzt. Daraufhin sind wir leise in den Garten gegangen und haben den Vogel beim Picken beobachtet. Danach hat sie mir das Zeichen für "fröhlich" gezeigt, weil ihr der Vogel so gut gefallen hat. Ich hatte wiederum die Chance meiner Tochter zu sagen, dass es gut war, dass sie mir von ihrer Angst erzählt hat, denn dadurch, dass wir darüber gesprochen haben, konnte ich ihr helfen und wir konnten die Angst gemeinsam in erstaunte Fröhlichkeit verwandeln.

 

Autorin: Sandra Roland, Zwergensprache- und Dunstan Babysprache Kursleitung, Zwergensprache Regionalleiterin für Bayern, Stillberaterin IBCLC, München

Kindergebärden und Anziehstraßen im Kleinkind-Alltag

Kleinkinder wollen ihre Welt mitgestalten. Sie wollen teilhaben und sich ausdrücken und sie wollen „es selbst tun“!

Der Grundsatz „hilf mir es selbst zu tun“ aus der Montessori-Pädagogik beantwortet dieses Bedürfnis von Kindern nach Autonomie, nach dem Gefühl etwas selbst bewirkt zu haben. Kindergebärden können hier eine so passende Brücke schlagen, wo es Kindern noch an Worten fehlt.

Ein wunderbares Beispiel war ein Kind aus einer Kleinkindgruppe, die ich begleiten durfte. Sie stellte sich an das untere Ende einer Treppe, wo gerade das Treppengitter entfernt worden war und wiederholte zunächst ruhig und im Laufe der Zeit immer energischer das Wort „SEWAL“. Wir Erwachsenen wussten zunächst nicht, was es da auf sich hatte, erst als sie einen Fuß auf die erste Stufe stellte nach oben schaute und wieder fragend „sewal?“ sagte, fragten wir sie mit der Kindergebärde begleitet, ob sie „selber“ hinaufgehen möchte?

Die Erleichterung in ihrem Blick, als sie noch ein paar Mal „sewal“ begleitet mit der Gebärde von sich gab und die Bestätigung der Fachkraft folgte, dass sie selber hinaufgehen darf, zeigten die Bedeutung von Kindergebärden in der alltäglichen Kommunikation mit Kindern im Spracherwerbsprozess deutlich.

Aber das Autonomiebedürfnis macht sich auch in vielen anderen Alltagssituationen bemerkbar und eine wirklich praxistaugliche Idee, die ich hier gerne vorstellen möchte, sind sogenannte Anziehstraßen. Es ist so simpel wie hilfreich im Alltag mit Kleinkindern, die alles allein machen möchten: alles, was das Kind anziehen soll, wird der Reihe nach aufgelegt.

Gemeinsam mit den Zeichen für die Kleidungsstücke wird das Kind zunächst während des Anziehprozesses begleitet. Wiederholungen helfen den Kindern dabei sich gewisse Abläufe einzuprägen und mit der Zeit so manche Schritte selbstständig zu übernehmen. Diese Selbstwirksamkeitserfahrungen wirken sich wiederum positiv auf das Selbstvertrauen und die Problemlösefähigkeiten im langfristigen Blick aus.

 

Autorin: Bettina Dutzler, MSc, Psychologin, Eltern-, Baby- und Kleinkindberaterin mit dem Schwerpunkt: Babyschlaf, emotionale Entwicklung und bindungsorientierter Familienalltag, Zwergensprache und Dunstan Babysprache Kursleitung in Vöcklabruck und Kirchdorf an der Krems, Oberösterreich