Lies hier Vivian Königs neuesten Fachartikel zum Einsatz von Kindergebärden in Krippe, Kita und Tagesbetreuung, der im Mai im Wissensmagazin der Pädiko-Akademie erschienen ist. Du erfährst, wie wir mit Kindern durch eine gemeinsame Kommunikation leichter in Beziehung treten können, wie Babyzeichen und Handgesten Sicherheit und Orientierung vermitteln in einem neuem Umfeld, das Lernen mit vielen Sinnen fördern, die Sprach- und Persönlichkeitsentwicklung positiv beeinflussen und bei Mehrsprachigkeit unterstützen. Auch die Vorteile für den Kita-Alltag und Möglichkeiten zur alltagsintegrierten Sprachbildung mit den Gebärden der Zwergensprache werden praxisnah veranschaulicht.
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Artikel "Sprachbildung mit Gebärden"
Autorin: Vivian König, Gründerin und Geschäftsführerin der Zwergensprache GmbH, Ausbilderin für Babyzeichensprache und Dunstan Babysprache, Autorin, Leipzig
Warum zuerst die rechte Hand? Weil sich linke und winke-winke reimen? Oder weil wir der rechten Hand prinzipiell den Vorzug geben?
Die meisten Menschen denken, dass das nicht mehr so ist. Schließlich wird kein Kind mehr gezwungen, den Stift beim Schreiben in der rechten Hand zu halten. Das sind vorsintflutliche Erziehungsmethoden aus den Zeiten schwarzer Pädagogik.
Nun ja, die Methoden haben sich Gott sei Dank geändert und in den meisten Schullehrplänen ist nun verankert, dass die individuelle Händigkeit der Kinder im Unterricht berücksichtigt werden muss. Aber wie lässt sich erklären, dass eine Vielzahl von Tagesmüttern berichten, dass ihre ursprünglich linkshändigen Tageskinder als Schulkinder zum Rechtshänder mutiert sind?
Ein sehr großer Anteil linkshändig veranlagter Kinder stellen sich in Krippe und Kindergarten auf den Gebrauch der rechten Hand um. Aber nicht, weil sie sich nicht zuvor entscheiden konnten, sondern weil ein großer Teil der Kleinkinder aus dem Wunsch heraus, nicht anders zu sein als die anderen, mit der Zeit umlernt. Vermutlich sprechen wir dabei von geschätzten 20% aller Kinder.
Das Umlernen ist allerdings – ganz im Gegensatz zur herkömmlichen Volksmeinung – bedauerlicherweise mit vielen Nachteilen verbunden. Eine falsch gelebte Händigkeit kann für Primärproblematiken wie Konzentrations- und Gedächtnisschwierigkeiten auslösen, aber auch Symptome hervorrufen wie bei Legasthenie. Sogar Sprachprobleme bis hin zum Stottern können entstehen, wenn linkshändige Kinder sich selbst auf Rechtshändigkeit umlernen oder umgelernt werden.
Darüber hinaus können Sekundärproblematiken entstehen, die auf den ersten Blick keinen Zusammenhang mit der Händigkeit eines Menschen aufzeigen, wie Minderwertigkeitskomplexe, Zurückgezogenheit, Trotzhaltung, ein starker Widerspruchsgeist, aber auch Verhaltensstörungen, Bettnässen und sogar Störungen im Persönlichkeitsbild oder emotionale Probleme bis ins Erwachsenenalter können Folgen sein, wenn ein Mensch seine von Natur aus als dominant veranlagte Hand nicht als solche einsetzen darf.
Babyzeichen können helfen, schon sehr früh die Führungshand Deines Kindes zu erkennen. Zeigt Dein Kind einhändige Gebärden vermehrt mit der linken Hand oder ist die agierende Hand bei zweihändigen Zeichen die Linke, so bleib achtsam und beobachte den Entwicklungsprozess weiter.
Du kannst Dein Kind dabei unterstützen, seine dominante Hand selbst besser zu erkennen und einzusetzen, indem Du ihm Dinge bewusst mittig anbietest. Halte ihm Gegenstände zur Körpermitte hin, sodass es gleichweit zu greifen hat, ob es mit der rechten oder mit der linken Hand zupackt. Leg beim Tisch decken Löffel und Gabel nicht rechts vom Teller, sondern auf den Teller in die Mitte, mit dem Griff zur Brust Deines Kindes. Stelle auch seinen Trinkbecher oder das Glas nicht rechts vom Teller sondern in die Mitte.
Und mach die Babyzeichen aus den Zwergensprache Kursen, die Du Deinem Kind zeigst, bewusst abwechselnd, mal rechts und mal links, damit keine Bevorzugung entsteht. Sobald Dein Kind, sollte es linkshändig sein, in den Kindergarten kommt, sorge dafür, dass es auf jeden Fall eine (eigene) Linkshänderschere, einen Linkshänderspitzer und Linkshänderstifte zur Verfügung hat, ohne danach lange suchen zu müssen. Und wenn Du mehr über das Thema wissen willst, oder Spezialisten in Deiner Nähe suchst, dann wende Dich an https://lefthander-consulting.org in München.
Autorin: Simone Kostka, Zwergensprache Kursleiterin in Wien & Länderleitung für Österreich, Mamalogin, Lerncoach für Legasthenie, Dyskalkulie, Aufmerksamkeitsdefizite, Dipl. Lerndidaktikerin, Brain-Gym Kinesiologin, Buch- und Blogautorin
Der kürzlich erschienene TV-Bericht auf BR24 aus einer Kita in Bayern bestätigte uns mal wieder, dass unser Zwergensprache Kita-Programm, welches bereits seit 2009 für die Praxis am Start ist, auch für die Zukunft große Bedeutung haben wird. So unterstützen Gebärden nicht nur Krippenkinder auf dem Weg zur Lautsprache, sondern auch Kinder im Kindergartenalter und darüber hinaus.
Eine große Hilfe sind Gebärden für Jungen und Mädchen mit Migrationshintergrund, die Worte in deutscher Sprache in der Betreuungseinrichtung erst neu kennenlernen. Sie können dabei durch die konkreten und einheitlichen Gesten der bildhaften und sprachbegleitenden Handzeichen zum Wort ganz spielerisch und freudvoll Unterstützung sowohl im lautlichen als auch semantischen Bereich erfahren. Gebärden sind also nicht nur für den Lautspracherwerb der Erstsprache im Kleinkindalter, sondern auch lange darüber hinaus bei Mehrsprachigkeit oder dem Erlernen einer Fremdsprache sinnvoll. Das dies sogar bis zum Erwachsenenalter der Fall ist, haben mittlerweile diverse Studien belegt.
Zudem bietet der inklusive Ansatz des Sprechens und Gebärdens von Schlüsselworten eine Chancengerechtigkeit auch für Kinder mit Beeinträchtigungen. Die Handzeichen der Zwergensprache erleichtern die Kommunikation nicht nur für Late Talker oder bei Entwicklungsverzögerungen, sondern z.B. auch für Kinder mit Down-Syndrom, Hörschädigung oder Lippen-, Kiefer- oder Gaumenspalte.
Die positiven Effekte, die auch im TV-Beitrag erwähnt wurden, werden uns auch von den von uns geschulten und zertifizierten Tageseltern und Kinderbetreuungseinrichtungen in genau dieser schönen Weise oft bestätigt: die TeilnehmerInnen in den Seminaren sind immer wieder überrascht, wie schnell neu gelernte Gebärden sitzen und wie gut sie durch die Bewegungen erinnerbar sind. Auch die Kinder nehmen die Kindergebärden sehr rasch an und setzen sie mit Strahlen im Gesicht um. So ist ein auf spielerische Weise neu gelernter Wortschatz von mehr als 100 Gebärden im Verlauf eines Tagesseminars absolut nicht zu vergleichen mit dem mühsamen Büffeln desselben Vokabulars in einer neuen Fremdsprache.
Als ein weiterer Bonus unter Vielen wird auch die wertvolle und bindungsstärkende Form dieser Art der zugewandten Kommunikation mit den Kindern wahrgenommen. Die Begleitung der Sprache mit bewussten Gesten wird von den ErzieherInnen als sehr hilfreich und entlastend für die Führung der Gruppe im Tagesablauf, die Lenkung der Aufmerksamkeit der Kinder und den Blickkontakt erlebt.
Äußerst positiv bewerten SchulungsteilnehmerInnen den Gebärdeneinsatz natürlich auch hinsichtlich der Förderung der kindlichen Sprachentwicklung, des Selbstwirksamkeitserlebens der Kinder und der Möglichkeit zur aktiven Teilhabe am Alltagsgeschehen und jeglichen Interaktionen vom Morgenkreis, über das Singen, Bücher ansehen, Basteln, beim Sport, auf Ausflügen und bei den Mahlzeiten. Es freut uns jedes Mal aufs Neue, diese unterschiedlichen, wertvollen Feedbacks nach den Seminaren zu erhalten!
Möchtest Du Dich für Deine Einrichtung oder Tagesbetreuung zu unseren Zwergensprache Fachvorträgen, Gebärden-Workshops oder unserem Kita-Programm mit Zertifizierung informieren, so findest Du hier die Eckdaten, Termine, O-Töne aus Einrichtungen, die mit unserem Konzept seit vielen Jahren arbeiten als auch einen Teil der geschulten Tagesmütter, Krippen oder Kitas, die sich auf unserer Homepage präsentieren, um für die Familien aus unseren Eltern-Kind-Kursen besonders interessant zu sein: https://www.zwergensprache.com/tageseltern-kitas
Denn wird in der Betreuung fortgeführt, was als intuitive und wertschätzende Kommunikationsgrundlage schon in der Familie im Babyalter gelegt wurde, so ist auch die Eingewöhnung und die Verständigung im neuen Umfeld für jedes Kind viel einfacher und vertrauter. Und auch den Eltern fällt dann das Loslassen aufgrund der Gewissheit leichter, dass ihr Kind sich dank der Babyzeichen bzw. Kindergebärden gut verständlich machen kann mit dem, was es braucht und was ihm wichtig ist.
Wenn Du den TV-Beitrag ansehen möchtest, so ist er zur Zeit noch hier abrufbar auf BR:
Gebärdensprache in der Kita für hörende Kinder
Autorin: Vivian König, Gründerin und Geschäftsführerin der Zwergensprache GmbH, Ausbilderin für Babygebärden und Dunstan Baby Language, Autorin, Leipzig
Jedes Kind hat ein Recht darauf, gehört und gesehen zu werden. Die Babyzeichen und Kindergebärden nach dem Zwergensprache-Konzept ermöglichen Partizipation und Selbstwirksamkeitserleben von Anfang an - auch in der Betreuung.
Unsere liebe Zwergensprache Kollegin, Erzieherin, Ergotherapeutin und Fachberaterin für die Kindertagespflege Tanja Schmidt aus Lübeck hat dazu mit unserem Kooperationspartner der Pädiko-Akademie einen Podcast mit tollen Insights aus dem Kita-Alltag mit Gebärden aufgenommen.
Komm mit, höre rein und erhalte abwechslungsreiche Einblicke in den Einsatz von Gebärden für das Krippenalter, zur Sprach- und Bindungsförderung, für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache (DaZ), bei Mehrsprachigkeit, Late Talkern und für Kinder mit besonderen Bedürfnissen sowie Sprach- und Entwicklungsverzögerungen.
Sie alle profitieren davon, wenn wir Worte mit konkreten, einheitlichen Gesten begleiten, verbinden und Sprache so auch sichtbar machen. Die von der Zwergensprache verwendeten Gebärden stammen aus der deutschen Gebärdensprache (DGS) im Sinne der Inklusion.
Hier geht es zum Podcast auf Spotify:
Podcast auf Spotify
Hier kannst Du Dir das Interview auch als Youtube-Video ansehen:
Podcast auf Youtube
Viel Spaß dabei! Wenn Du eine Schulung für Dich oder Dein Kita-Team buchen möchtest, so findest Du hier unsere regionalen Seminarleiter*innen in D, AT und CH sowie Eckdaten zu den verschiedenen Angeboten für pädagogische Fachkräfte:
Seminarangebote für Gebärden in der Kita
Und natürlich gibt es "Zwergensprache - Gebärden in der vorsprachlichen Kommunikation" auch bei der Pädiko Akademie als Kurs und Modul für die Ausbildungen zur
- Fachkraft für Krippenpädagogik
- Fachkraft für alltagsintegrierte Sprachbildung nach KitaG
- Fachpädagog:in für Inklusive Entwicklungsförderung
- als Frühkindpädagog:in U3
- Fachkraft für Integrations- und Inklusionsaufgaben
Lust bekommen, spielerischen Sprach-Spaß selbst in die Hand zu nehmen?
Dann komm auf uns zu. Wir freuen uns auf Deine Kontaktaufnahme und unterbreiten gern ein passendes Angebot für Dich und Dein Team.
Autorin: Vivian König, Gründerin, Ausbilderin und Geschäftsführerin der Zwergensprache GmbH, Markranstädt
Ich war als Sprachfachkraft in einer Kindertagesstätte tätig. Dadurch war ich häufig in allen Gruppen unterwegs. An diesem Morgen war ich bei den Jüngsten mit dabei. Ein kleiner Junge war erst wenige Tage da und Tränen liefen ihm übers Gesicht. Es fiel ihm schwer, ohne Mama in der Gruppe zu sein. Ich nahm ihn auf den Arm und fragte ihn, ob wir Musik anmachen wollen und zeigte dazu das Zeichen für Musik. Er lauschte dann der Musik, hörte auf zu weinen und zeigte doch tatsächlich sofort das Zeichen "Musik".
Immer, wenn ich wieder diese Gruppe betrat und dieser kleine Junge mich erblickte, zeigte er Musik.
Auch den anderen Erzieherinnen seiner Gruppe zeigte er nun, wenn er traurig war, dass er Musik hören möchte und die Tränen trockneten schnell beim Musik hören.
Er liebt Musik und das Zeichen dafür :-).
Autorin: Katharina Morgenstern, Zwergensprache in Stolpen und Löbau, Regionalleiterin für Sachsen, Heilpädagogin, AOK Plus Partnerin
Wenn 18 Kindertagespflegeeltern aus Leipzig aufeinandertreffen und sich weiterbilden, gibt es geballte pädagogische Power.
Und nicht nur das. Annett Spadt-Thielemann konnte vom Konzept der Zwergensprache GmbH überzeugen. Der Einsatz von vereinfachten Gebärden zur Lautsprachunterstützung findet immer mehr Ansehen bei Tagespflegepersonen und Kitas. Das Angebot nutzen vor allem pädagogische Fachkräfte im U3-Bereich. Kindern somit die Möglichkeit zu geben, sich schon vor den ersten Worten auszudrücken ist unheimlich wertvoll.
Wir haben so eine große Vielfalt an kleinen Persönlichkeiten, so dass die Kindergebärden eine ganz wunderbare Brücke auf dem Weg zur Sprache sind. Vor allem Kinder mit Sprachentwicklungsverzögerungen, Kinder mit Migrationshintergrund und somit einer anderen Muttersprache oder Kinder mit allgemeinen Entwicklungsverzögerungen profitieren ungemein davon.
Die Fachkräfte waren begeistert während der Fortbildung, als Annett Spadt-Thielemann dies an einem Beispiel vorführte.
Einen Satz mit zugehaltenen Ohren zu verstehen ist fast unmöglich, wenn man keine Lippen lesen kann. Aber mit den Schlüsselworten gebärdet, waren sich alle einig- Sie haben den Satz verstanden.
Ein WOW-Effekt.
Begeistert und motiviert wollen alle das Konzept umsetzen und sind nun zertifizierte Zwergensprache-Tagespflegeeltern, die in ihrer kleinen zauberhaften Welt, bis zu 5 Kindern eine liebevolle Betreuung bieten.
Kindern Sprache förmlich an die Hand zu geben, damit auch sie sich ausdrücken können, Wünsche, Bedürfnisse und Gedanken äußern können, das ist das Ziel der Zwergensprache GmbH. Was gibt es Schöneres für ein Kind- im Alter von 1-3 Jahren, wenn es sich verstanden, gehört und gesehen fühlt.
Autorin: Annett Spadt-Thielemann, Zwergensprache Kursleitung im Raum Leipzig, Sprachfachkraft, Elterntrainerin
Das lustige Männchen auf dem Bild hier nennt man "Homunculus". Wenn man sich vorstellt, die Körperteile von uns Menschen wären in Wirklichkeit so groß wie ihre entsprechende Repräsentanz im Gehirn, dann würden wir alle so aussehen mit riesigen Händen und einem riesigen Mundbereich, weil Mund und Hände jene Körperteile sind, die den größten Platz in unserer Großhirnrinde beanspruchen. Diese beiden Bereiche sind für unser Menschsein am wichtigsten. Und das Menschsein selbst drückt sich zu einem sehr großen Teil dadurch aus, dass wir sprechen können. Wir könnten auch sagen, dass die Sprache es ist, die zu einem großen Teil das Menschsein ausmacht.
Und nun kommt noch ein ganz wichtiger Fakt dazu, den Du z.B. auf https://anthrowiki.at/Sprachzentren
nachlesen kannst:
Nicht das Gehirn erzeugt primär die Sprache, das Denken und andere kognitive Leistungen, sondern diese formen zuerst das im Kindesalter noch weitgehend plastische und wenig strukturierte Gehirn durch den immer geschickter werdenden Gebrauch der Hände, der Sprache und des Denkens aus und geben ihm seine individuelle Prägung.
Das Gehirn entwickelt sich also nicht aus irgendwelchen Gründen in Babys Köpfchen und lässt die Sprachzentren wachsen, sondern der Cortex braucht eine Art Futter, um zu gedeihen und dieses Futter bekommt er unter anderem durch die sich verbessernde Feinmotorik, die wiederum vom intensiven Gebrauch der Hände abhängt.
Du siehst: Jedes Babyzeichen der Zwergensprache, das Du Deinem Baby zeigst, bringt es weiter und fördert seine Sprachentwicklung weit mehr, als reine Sprache ohne Kindergebärden es kann!
Die Herbstkurse starten bald. Sichere Dir hier einen Platz in den spielerischen Eltern-Kind-Gruppen, wo die Händchen ganz intensiv zum Einsatz kommen oder in unseren Zwergensprache Workshops für Eltern als auch für pädagogisches Fachpersonal aus Krippe und Kindertagesbetreuung:
Zwergensprache Kurs buchen
Autorin: Simone Kostka, Zwergensprache Kursleiterin in Wien & Länderleitung für Österreich, Mamalogin, Lerncoach für Legasthenie, Dyskalkulie, Aufmerksamkeitsdefizite, Dipl. Lerndidaktikerin, Brain-Gym Kinesiologin, Buch- und Blogautorin
„Es liegt in der menschlichen Natur, uns anderen mitteilen zu wollen, zum einen, um verstanden zu werden, zum anderen, um ein angenehmes oder unangenehmes Erlebnis teilen und dabei aufarbeiten zu können. Der soziale Austausch tut uns gut, Geschichten regen unser Interesse an und wir mögen es, wenn uns zugehört wird. Das gelingt in einem sicheren, liebevollen Umfeld besonders gut. Unter Familie und Freunden, finden wir die optimalen Bedingungen, um über alles zu sprechen, was uns bewegt und empfinden angenehme Bestätigung, wenn wir verstanden werden. Wir bedienen uns dabei scheinbar am stärksten dem Medium Sprache, das uns allerdings erst ab etwa dem zweiten Geburtstag hinreichend zur Verfügung steht. Bedeutet das, dass dieser wohltuende Austausch erst im dritten Lebensjahr stattfinden kann?“...
Weiterlesen des Artikels:
Die weiteren, detaillierteren Ausführungen von Simone, was erfolgreiche Kommunikationserfahrungen schon im Baby und Kleinkindalter als auch in der Krippe bewirken können, lies gern hier im ausführlichen Originalartikel unter: https://www.idealismprevails.at/was-macht-fruehe-kommunikation-mit-der-kindlichen-psyche/
Autorin: Simone Kostka, Zwergensprache Kursleitung in Wien und Länderleiterin für Österreich, Autorin, Lerncoach (Legasthenie, Dyskalkulie, Aufmerksamkeitsdefizite) und Lernfördertrainerin nach EGBNV sowie diplomierte Lerndidaktikerin, Brain-Gym Kinesiologin
Wutausbrüche sind normal – besonders im zweiten Lebensjahr. Aber warum geraten manche Kinder scheinbar ständig aus der Fassung, während andere ruhiger bleiben? Eine spannende Studie hat untersucht, ob das mit der Sprache zu tun haben könnte.
In „Relations Between Toddler Expressive Language and Temper Tantrums“ (Manning et al., 2019) wurde ein klarer Zusammenhang gefunden: Kinder mit geringerem Wortschatz hatten deutlich häufiger Wutanfälle. Kein Wunder – wenn man nicht sagen kann, was man möchte, steigt der Frust. Die Forscher sprechen von einem „emotionalen Ungleichgewicht“, das entsteht, wenn der Wunsch groß ist, aber die Ausdrucksmöglichkeiten fehlen.
Was zeigt die Studie konkret?
- Untersucht wurden Kinder im Alter von 12 bis 38 Monaten.
- Kleinkinder, die mit 24–30 Monaten als „Late Talker“ eingestuft wurden, hatten ein 1,96-fach höheres Risiko für schwere Wutanfälle im Vergleich zu Kindern mit altersgemäßer Sprachentwicklung.
- Die Forscher betonen: Dies sind die ersten wissenschaftlich belegten Hinweise darauf, dass der Zusammenhang zwischen Sprache und Wutanfällen bereits im zweiten Lebensjahr besteht.
Babyzeichen und Kindergebärden können genau hier helfen: Sie geben Kindern eine Möglichkeit, sich mitzuteilen – lange bevor sie sprechen können. Ein Baby, das zeigt „Milch“, „fertig“ oder „aua“, erlebt Selbstwirksamkeit. Es wird verstanden – und das macht ruhiger.
Babyzeichen sind keine Spielerei, sondern ein echtes Kommunikations-Werkzeug. Sie helfen, Wutausbrüche zu reduzieren, Missverständnisse zu vermeiden und Vertrauen aufzubauen. Denn wer gesehen und gehört wird, muss nicht laut werden.
Die Studie zeigt: Frühkindliche Kommunikation ist mehr als Sprache. Und die Babyzeichen der Zwergensprache sind eine wunderbare Brücke – zu mehr Verständnis, weniger Frust und einer stärkeren Eltern-Kind-Bindung. Egal ob im Alltag mit Baby und Kleinkind daheim oder in der Tagesbetreuung, Krippe und Kita.
Studie zum Nachlesen:
Manning, B.L. et al. (2019). Relations Between Toddler Expressive Language and Temper Tantrums in a Community Sample. Journal of Applied Developmental Psychology, Nov–Dec 2019.
Zur Studie auf PubMed
Autorin: Annett Stentz, Zwergensprache Kursleitung Rohrbach/Pfalz, Kindertagespflegeperson mit bindungsorientierter Kommunikation, Rheinland-Pfalz
Unsere Zwergensprache App hat kürzlich ein Update bekommen:
- die Liedervideos wurden neu eingesungen und gestaltet,
- es gab Designanpassungen mit Bedienungsverbesserungen,
- eine komplette technische Neubearbeitung samt Stabilitätsverbesserungen und vielem mehr.
Unsere umfangreiche Familien-App zu mehr als 250 Babyzeichen und Gebärden möchte eine wertschätzende und interaktive Verständigung mit Babys und Kleinkindern von Anfang an ermöglichen - sowohl daheim als auch in Krippe, Tagesbetreuung und KiTa.
Sie soll nicht nur für Eltern und Betreuern zahlreiche Anregungen für die Nutzung und Einbindung von Handzeichen im Alltag geben, zugleich Nachschlagewerk und Wissensspeicher sein, sondern bewusst auch Geschwisterkinder einbeziehen, die noch nicht lesen können. Die Gestaltung ist daher grafisch auf Kinder ausgerichtet durch Icons, wunderschön gezeichnete Bilder und ein Bilderbuch mit Soundeffekten.
Diverse KiTas nutzen sie auf Tablets und Co. und geben uns begeistertes Feedback. Darüber freuen wir uns natürlich sehr!
Autorin: Vivian König, Zwergensprache Gründerin und Ausbilderin, Autorin, Länderleitung Deutschland, Leipzig