Sorda – Der Klang der Welt ist ein Film, der leise erzählt und gleichzeitig tief berührt.
Im Mittelpunkt steht Ángela, eine gehörlose werdende Mutter, deren Alltag von vielen kleinen, stillen Herausforderungen
geprägt ist – genau den Momenten, die Hörende oft kaum wahrnehmen. Der Film zeigt eindrucksvoll, wie viel
zwischen Menschen passiert, auch wenn kaum Worte fallen.
Was den Film besonders macht: Gehörlosigkeit wird nicht als Verlust dargestellt, sondern als eigene, reiche Art
der Kommunikation. Ángelas Welt ist ruhig, aber keineswegs leer. Sie ist geprägt von Blickkontakt, Gestik, Mimik und sehr viel Ausdruck – voller Verbindung jenseits von Lautsprache.
Ein sanfter Perspektivwechsel für Hörende Sorda hält Hörenden einen sanften Spiegel vor. Der Film macht deutlich, wie stark viele Alltagssituationen auf Hörbarkeit ausgerichtet sind – und wie bereichernd es sein kann, Kommunikation breiter zu denken. Der Film macht deutlich, dass Verständigung nicht nur aus gesprochenen Worten besteht, sondern aus
Aufmerksamkeit, Respekt und der Bereitschaft, einander wirklich wahrzunehmen.
Eine gemeinsame Haltung: Kommunikation für alle zugänglich machen.
Genau diese Haltung findet sich auch in den Kursen, Workshops und Seminaren der Zwergensprache wieder:
_aufmerksames Beobachten,
_respektvoller Umgang mit verschiedenen Ausdrucksformen,
_Freude an nonverbaler Verständigung.
Babys nutzen von Anfang an ihren Blick, ihre Hände und ihren Gesichtsausdruck, um sich mitzuteilen. Gebärden
unterstützen diese natürliche Kommunikation und erleichtern Familien den gemeinsamen Alltag – oft schon
lange bevor erste Worte entstehen.
Sorda und die Zwergensprache-Arbeit teilen ein wichtiges Anliegen: Kommunikation für alle zugänglich, vielfältig und inklusiv zu gestalten – unabhängig davon, ob jemand hört, spricht oder sich vor allem
visuell ausdrückt. Der Film erinnert daran, wie wertvoll es ist, früh neue Kommunikationswege zu eröffnen und miteinander in Verbindung zu bleiben – leise, klar und liebevoll.
Link zum Filmtrailer
Autorin: Katharina Schütze, Zwergensprache und Dunstan Babysprache, Kursleitung in Osnabrück, Ergotherapeutin, Regionalleiterin für Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein
Wenn Menschen von außen auf unser Netzwerk schauen, sehen sie oft zunächst die Kurse und Seminare: Babyzeichen, Dunstan-Laute, frühe Kommunikation. Was dabei leicht übersehen wird, ist das, was seit mehr als zwei Jahrzehnten im Hintergrund gewachsen ist: ein belastbares, herzliches und lebendiges Netzwerk von Kursleiterinnen, das sich austauscht, voneinander lernt und gemeinsam weiterentwickelt.
Der Kongress ist für viele von uns jedes Jahr ein Moment des Innehaltens.
Ein Wiedersehen mit Kolleginnen, die man manchmal nur digital oder aus der Ferne kennt. Ein Raum, in dem wir uns gegenseitig daran erinnern, warum wir tun, was wir tun – und was uns in unserer Arbeit antreibt. Und ein Ort, an dem neue Blickwinkel entstehen, die noch lange nachwirken.
Die Vorträge und Workshops öffnen jedes Jahr Türen zu Themen, die uns in unserem vielfältigen Alltag als Kursleiterinnen und in der Begleitung von Familien stärken. Dieses Mal standen Autismus, Gewaltfreie Kommunikation, die 9 Intelligenzen nach Howard Gardner und das Zusammenspiel von Haltung und Sprache nach dem Babyshiatsu- und Shonishin-Ansatz von Karin Kalbantner-Wernicke und Thomas Wernicke im Mittelpunkt – ebenso wie die Frage, wie wir als Kursleiterin, Mama und Frau gut für uns selbst sorgen können.
So zeigt der Kongress immer wieder, wie wertvoll diese Gemeinschaft ist: wie Erfahrungen geteilt, Fragen offen gestellt und frische Impulse mitgenommen werden. Ein Austausch, der nicht am Sonntagabend endet, sondern weiterklingt – in unseren Kindergebärden-Kursen, Fachseminaren, Gesprächen und Begegnungen.
Dass wir all dies in Erfurt erleben durften, hat dem Wochenende eine besondere Note verliehen. In einer Stadt, die nicht nur für ihre „Puffbohnen“ bekannt ist, sondern in der einst auch Martin Luther studierte und prägenden Austausch suchte. Ein Ort also, an dem Lernen, Verbundenheit und Weiterdenken schon lange zuhause sind.
Von der kontinuierlichen Weiterbildung und der starken Vernetzung im Hintergrund profitieren letztendlich vor allem die Familien und das Fachpersonal: Sie erhalten aktuelle, verlässliche und praxisnahe Inhalte – getragen von Menschen, die mit Überzeugung, Erfahrung und viel Herz für die Familien arbeiten. So wird aus Wissen Wirkung.
Autorin: Katharina Schütze, Zwergensprache und Dunstan Babysprache Kursleitung in Osnabrück, Ergotherapeutin, Regionalleitung für Niedersachsen, Hamburg & Schleswig-Holstein